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Uhrenatlas

Grosse Luxusmarken · seit 1905

Rolex

Rolex begann 1905 als kleine Handelsfirma in London und wurde zu einer der bekanntesten Uhrenmarken der Welt – mit der wasserdichten Oyster, dem Rotor-Selbstaufzug und einer Stiftung als alleiniger Eigentümerin.

Gegründet
1905 in London (als Wilsdorf & Davis)
Gründer
Hans Wilsdorf und Alfred Davis
Sitz
Genf (seit 1919); die mechanischen Uhrwerke entstehen in Biel
Gehört zu
Hans-Wilsdorf-Stiftung (gemeinnützig, Eigentümerin seit 1960)
Bekannt für
Oyster, Datejust, Submariner, Day-Date, Daytona, Explorer, GMT-Master
Rolex Submariner aus Stahl mit schwarzer Drehlünette und Gliederband
Rolex Submariner (Ref. 14060M), Mitte der 2000er-Jahre · Bild: Clyde94, CC BY-SA 4.0

Von London nach Genf

Der 1881 im bayerischen Kulmbach geborene Hans Wilsdorf liess sich in London nieder. 1905 gründete er dort mit seinem Schwager Alfred Davis die Firma Wilsdorf & Davis. Sie bezog Uhrwerke vom Bieler Hersteller Aegler und verkaufte sie als fertige Uhren.

Am 2. Juli 1908 liess Wilsdorf den Namen «Rolex» in London als Marke eintragen. Seine Begründung: Das Wort sei kurz, lasse sich gut merken und werde in allen europäischen Sprachen gleich ausgesprochen. Woher es stammt, ist nicht geklärt. Wegen der hohen britischen Einfuhrzölle verlegte er den Firmensitz 1915 in die Schweiz, zunächst nach Biel. 1919 zog die Firma nach Genf; 1920 folgte der Eintrag der Montres Rolex SA ins Handelsregister.

Wasserdicht und selbstaufziehend

1926 stellte Rolex die Oyster vor, eine patentierte wasserdichte Uhr. Bekannt machte sie eine Werbegeschichte: Im Herbst 1927 trug die Schwimmerin Mercedes Gleitze bei einem Versuch, den Ärmelkanal zu durchqueren, eine Oyster. Sie kam nicht ans Ziel, doch die Uhr lief nach rund acht Stunden im Wasser noch genau. Rolex machte daraus im November 1927 eine grosse Werbekampagne in Grossbritannien.

1931 baute Rolex erstmals ein Selbstaufzugswerk mit Rotor (einem Schwunggewicht, das die Uhr durch Armbewegungen aufzieht), den «Perpetual», in die Oyster ein und liess es patentieren. Alle Rolex-Werke lässt die Firma von der offiziellen Prüfstelle COSC als Chronometer (besonders genau gehende Uhr) zertifizieren. Seit 2015 prüft Rolex zusätzlich die fertig gehäusten Uhren in den eigenen Labors und nennt das «Superlative Chronometer»; erlaubt ist laut Rolex eine mittlere Abweichung von höchstens zwei Sekunden pro Tag.

Datejust und Day-Date

1945 erschien die Datejust, die als erste selbstaufziehende Chronometer-Armbanduhr mit Datum im Fenster des Zifferblatts gilt. Sie debütierte mit dem Jubilee-Armband, benannt nach dem 40-jährigen Bestehen der Firma.

1956 folgte die Day-Date, die als erste Uhr gilt, die Datum und ausgeschriebenen Wochentag zeigte. Sie wurde ausschliesslich in Gold oder Platin gebaut; ihr Armband heisst «President». 1965 trug mit Lyndon B. Johnson erstmals ein US-Präsident eine goldene Day-Date, worauf Rolex sie als «Presidents' Watch» bewarb.

Rolex Datejust aus Stahl mit schwarzem Zifferblatt, geriffelter Lünette, Datumsfenster und Jubilee-Armband
Rolex Datejust 36 (Ref. 126234) mit Jubilee-Armband · Bild: ajay_suresh, CC BY 2.0

Für Taucher, Bergsteiger und Rennfahrer

Ab 1953 baute Rolex die Submariner, zunächst für 100 Meter Wassertiefe ausgelegt; im selben Jahr brachte Blancpain die Fifty Fathoms heraus. Die Explorer entstand im Umfeld der Mount-Everest-Erstbesteigung von 1953. 1954 beauftragte die Fluggesellschaft Pan Am Rolex mit einer Uhr für zwei Zeitzonen; daraus wurde die GMT-Master.

1963 präsentierte Rolex den Chronographen (Uhr mit Stoppfunktion) Cosmograph Daytona, benannt nach dem Rennsport-Ort in Florida. Eine Daytona (Ref. 6239) aus dem Besitz des Schauspielers Paul Newman erzielte im Oktober 2017 beim Auktionshaus Phillips in New York 17,8 Millionen US-Dollar. Das war damals ein Rekord für eine Armbanduhr bei einer Auktion; er übertraf die 11,1 Millionen US-Dollar, die 2016 für eine Patek Philippe Ref. 1518 bezahlt worden waren.

Rolex Explorer mit schwarzem Zifferblatt, den Ziffern 3, 6 und 9 und Oyster-Armband auf einem Uhrenkissen
Rolex Explorer (Ref. 114270) · Bild: Max3351, CC BY-SA 4.0

Eine Stiftung als Eigentümerin

Hans Wilsdorf starb 1960 in Genf. Nach dem Tod seiner ersten Frau 1944 gründete er die gemeinnützige Hans-Wilsdorf-Stiftung (Fondation Hans Wilsdorf; Gründungsjahr je nach Quelle 1944 oder 1945) und vermachte ihr sein Vermögen und die Rolex-Anteile. Seither gehört Rolex vollständig dieser Stiftung, ebenso die Schwestermarke Tudor, die Wilsdorf 1936 übernommen hatte. Rolex veröffentlicht keine Geschäftszahlen.

Die Stiftung soll in erster Linie den Fortbestand von Rolex sichern; was darüber hinausgeht, fliesst in gemeinnützige Zwecke, vor allem im Kanton Genf. Ein Stiftungsrat entscheidet über die Verwendung der Mittel.

Meilensteine

  1. 1905 Hans Wilsdorf und Alfred Davis gründen in London die Firma Wilsdorf & Davis.
  2. 1908 Der Name «Rolex» wird in London als Marke eingetragen.
  3. 1919 Der Firmensitz zieht nach Genf; 1920 wird die Montres Rolex SA dort ins Handelsregister eingetragen.
  4. 1926 Die wasserdichte Oyster wird vorgestellt.
  5. 1931 Das Selbstaufzugswerk «Perpetual» mit Rotor wird in die Oyster eingebaut und patentiert.
  6. 1945 Die Datejust erscheint, die als erste selbstaufziehende Chronometer-Armbanduhr mit Datumsfenster gilt.
  7. 1953 Die Submariner geht in Produktion, die Explorer entsteht rund um die Everest-Erstbesteigung.
  8. 1960 Hans Wilsdorf stirbt; die Hans-Wilsdorf-Stiftung wird alleinige Eigentümerin von Rolex.
  9. 1963 Die Cosmograph Daytona wird vorgestellt.
  10. 2015 Rolex führt die Prüfung «Superlative Chronometer» für fertig gehäuste Uhren ein.

Ikonen von Rolex

Rolex Submariner mit schwarzem Zifferblatt und Lünette in Nahaufnahme am Handgelenk

Rolex · 1953

Submariner

Für Taucher gebaut, von Filmhelden und Sammlern geliebt: Die Submariner mit der drehbaren Lünette gilt als Urbild der modernen Taucheruhr.

Stahl-Daytona mit schwarzem Zifferblatt, drei hellen Hilfszifferblättern und schwarzer Tachymeter-Lünette, schräg von oben auf einem grau-weiss gestreiften Wollstoff im Seitenlicht.

Rolex · 1963

Daytona

Gebaut für Rennfahrer, anfangs eher ein Ladenhüter, heute heiss begehrt: Der Chronograph mit der Tachymeter-Lünette zählt zu den bekanntesten Rennsportuhren.

Stählerne Rolex GMT-Master mit rot-blauer Aluminiumlünette, schwarzem Zifferblatt und Oyster-Band vor schwarzem Hintergrund

Rolex · 1955

GMT-Master

Entstanden für Piloten auf Langstreckenflügen: Ein vierter Zeiger und eine drehbare 24-Stunden-Lünette machen die GMT-Master zur Uhr für zwei Zeitzonen.

Rolex Datejust aus Stahl mit schwarzem Zifferblatt, geriffelter Lünette, Datumsfenster und Jubilee-Armband

Rolex · 1945

Datejust

Datum im Fenster, geriffelte Lünette, Jubilee-Armband: Die Datejust von 1945 gilt vielen als die klassische Rolex.

Wichtige Modelle von Rolex

  • Submariner

    1953 · Taucheruhr

    Die klassische Rolex-Taucheruhr mit drehbarer Lünette, die sich nur gegen den Uhrzeigersinn drehen lässt, damit sich die Tauchzeit nicht versehentlich verlängert. Die ersten Referenzen 6204 und 6205 waren bis 100 Meter wasserdicht, heutige Modelle bis 300 Meter; moderne Lünetten bestehen aus Keramik.

  • Daytona (Cosmograph Daytona)

    1963 · Chronograph

    Der Chronograph (Uhr mit Stoppfunktion) mit Tachymeter-Skala für Rennfahrer wurde 1963 mit der Referenz 6239 vorgestellt. Das Wort «Daytona» kam erst 1964 aufs Zifferblatt. Von 1988 bis 2000 lief in ihr ein Werk auf Basis des Zenith El Primero, seit 2000 ein Rolex-Eigenwerk.

  • GMT-Master

    Zweitzonenuhr (für Piloten)

    Sie wurde auf Wunsch der Fluggesellschaft Pan Am entwickelt: eine Uhr, die ihrer Besatzung zwei Zeitzonen gleichzeitig zeigt. Die erste Referenz war die 6542.

  • Datejust

    1945 · Selbstaufzug-Uhr mit Datum

    Sie gilt als erste selbstaufziehende Chronometer-Armbanduhr mit Datum im Fenster des Zifferblatts. Zum Start 1945 gehörten ein 36-Millimeter-Gehäuse mit geriffelter Lünette und das Jubilee-Armband; heute gibt es die Datejust von 28 bis 41 Millimetern.

  • Day-Date

    1956 · Luxusuhr mit Wochentag und Datum

    Sie gilt als erste Uhr, die das Datum und den ausgeschriebenen Wochentag zeigte. Rolex baute sie in Gold oder Platin; ihr Armband heisst «President». 1965 trug mit Lyndon B. Johnson erstmals ein US-Präsident eine goldene Day-Date, worauf Rolex sie als «Presidents' Watch» bewarb.

  • Explorer

    1953 · Robuste Bergsteigeruhr

    Die Explorer entstand im Umfeld der Mount-Everest-Erstbesteigung von 1953, die Rolex mit Uhren ausrüstete. Die Explorer II von 1971 bekam eine feste 24-Stunden-Lünette und einen orangen 24-Stunden-Zeiger, damit Höhlenforscher Tag und Nacht unterscheiden können.

  • Sea-Dweller

    1967 · Profi-Taucheruhr

    Eine Taucheruhr mit Ventil, das bei der Dekompression (dem Druckausgleich nach dem Tauchen) Helium entweichen lässt, 1967 mit 610 Metern Wasserdichtigkeit lanciert. Die Deepsea von 2008 ist bis 3'900 Meter wasserdicht.

  • Oyster Perpetual

    1931 · Stammlinie

    Der Name vereint zwei Erfindungen: «Oyster» steht für das wasserdichte Gehäuse von 1926, «Perpetual» für das Selbstaufzugswerk mit Rotor, das Rolex 1931 patentieren liess. Seither heisst die Oyster-Uhr auch Oyster Perpetual.

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Für Sammler

The Watch Book Rolex

Gisbert L. Brunner · 2026 · Deutsch/Englisch · 288 Seiten

Für Sammler

Rolex: Die Geschichte einer Ikone

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