Technik
Wie eine Uhr funktioniert
Vom Federhaus bis zur Unruh, vom Chronographen bis zum Tourbillon: die Technik der mechanischen Uhr Schritt für Schritt erklärt – mit eigenen, teils bewegten Grafiken und einem Lexikon der Fachbegriffe.

So funktioniert eine mechanische Uhr
Das Uhrwerk und das Kaliber
Das Uhrwerk ist das Innenleben der Uhr: Eine Feder liefert die Kraft, Zahnräder leiten sie weiter, Hemmung und Unruh geben den Takt. Das «Kaliber» ist der Typenname und die Grösse des Werks.
Mit bewegter Grafik
Federhaus und Gangreserve
Im Federhaus steckt die Zugfeder, der Energiespeicher der mechanischen Uhr. Die Gangreserve sagt, wie lange die Uhr nach dem Aufziehen läuft – bei den meisten Armbanduhren zwischen etwa 35 und 80 Stunden.
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Das Räderwerk
Das Räderwerk überträgt die Kraft vom Federhaus zur Hemmung und dreht dabei immer schneller. Vom Minutenrad zweigt das Zeigerwerk ab, das aus der Bewegung Stunden, Minuten und Sekunden macht.
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Die Hemmung
Die Hemmung lässt das Räderwerk im Takt der Unruh Schritt für Schritt weiterspringen und gibt der Unruh dabei jedes Mal einen kleinen Anstoss. Das Geräusch dieses Spiels ist das Ticken.
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Unruh und Spirale
Die Unruh ist ein kleines Rad, das mit einer feinen Spirale wie eine Schaukel hin und her schwingt. Sie gibt den Takt der Uhr vor – bei den meisten Armbanduhren 18'000 bis 36'000 Halbschwingungen pro Stunde.
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Aufzug und Automatik
Die Zugfeder wird entweder von Hand an der Krone gespannt oder durch einen Rotor, der sich bei Armbewegungen dreht. Eine Rutschkupplung verhindert, dass die voll gespannte Feder überdreht wird.
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Lagersteine
Lagersteine sind winzige, meist synthetische Rubine, in denen sich die dünnen Wellenenden des Werks drehen. Sie senken Reibung und Verschleiss; die Zahl der Steine sagt aber wenig über die Qualität.
Quarz und Mechanik
Eine Quarzuhr zählt die Schwingungen eines winzigen Kristalls, eine mechanische Uhr die einer Unruh. Der Quarz ist genauer und günstiger; die Quarzkrise hat die Schweizer Uhrenindustrie in den 1970er-Jahren fast ruiniert.
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Komplikationen – die Zusatzfunktionen
Der Chronograph
Ein Chronograph ist eine Uhr mit eingebauter Stoppuhr: Ein Druck startet den grossen Zeiger, ein zweiter stoppt ihn, ein dritter stellt ihn auf null. Dahinter arbeitet ein zweites Zählwerk, das eine Kupplung bei Bedarf mit dem laufenden Uhrwerk verbindet.
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Das Tourbillon
Das Tourbillon ist ein drehender Käfig, in dem Unruh und Hemmung sitzen, den Abraham-Louis Breguet 1801 patentieren liess, um den Einfluss der Schwerkraft auf den Gang einer Taschenuhr auszugleichen. Am Handgelenk ist es heute vor allem ein Zeichen höchster Handwerkskunst.
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Kalender und Mondphase
Das Datum springt um Mitternacht weiter, doch wie viel die Uhr über Monatslängen und Schaltjahre «weiss», unterscheidet einfaches Datum, Jahreskalender und ewigen Kalender. Die Mondphase zeigt den Mond am Himmel, meist aber nur näherungsweise.
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GMT und Weltzeit
Eine GMT-Uhr zeigt mit einem zusätzlichen 24-Stunden-Zeiger eine zweite Zeitzone, die Weltzeituhr alle 24 Zeitzonen gleichzeitig. Beides hilft, mehrere Zeitzonen im Blick zu behalten.
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Schlagwerke und Repetition
Eine Uhr mit Schlagwerk lässt die Zeit hören: Bei der Minutenrepetition auf Knopfdruck, bei der Sonnerie ganz von selbst. Winzige Hämmerchen schlagen dabei auf gebogene Stahldrähte, die Tonfedern.
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Handwerk und Veredelung
Zifferblatt-Schliffe
Ein Zifferblatt ist eine kleine Metallscheibe, deren Oberfläche mit Bürsten, Sandstrahl und Strom veredelt wird. So entstehen Sonnenschliff, Satin, Körnung, Opalin und der Fumé-Verlauf.
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Guilloché
Beim Guilloché schneidet ein Handwerker an einer Maschine Linie für Linie feine Rillen ins Metall – bei den aufwendigsten Zifferblättern über tausend Schnitte. Bekannt wurde das Muster auf Uhren durch Breguet.
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Email-Zifferblätter
Email ist Glaspulver, das bei grosser Hitze Schicht für Schicht auf Metall aufgeschmolzen wird. Ein Emailzifferblatt verblasst nicht, ist aber in der Herstellung äusserst heikel.
Werkveredelung
Brücken, Platinen und Schrauben eines Uhrwerks werden gestreift, perliert, abgeschrägt und poliert, vieles von Hand. Durch den Glasboden sieht man diese Arbeit; das Genfer Siegel prüft einen Teil davon.
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Qualität und Begriffe
Chronometer und Gütesiegel
Ein Chronometer ist eine Uhr mit amtlichem Genauigkeitszeugnis. Das COSC prüft das Uhrwerk, METAS die fertige Uhr; das Genfer Siegel und das Patek-Philippe-Siegel prüfen zusätzlich Verarbeitung und Gesamtqualität.
Swiss Made
«Swiss Made» ist bei Uhren gesetzlich geregelt: Technische Entwicklung, Werk, Einschalen und Endkontrolle müssen in der Schweiz stattfinden, und mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten müssen dort anfallen. Das Label sagt etwas über die Herkunft, nicht über die Güte.
Die Taucheruhr
Eine echte Taucheruhr erfüllt die Norm ISO 6425: Sie hält einen Prüfdruck weit über der Angabe aus, zeigt die Tauchzeit gesichert an und ist im Dunkeln ablesbar. Die Meterangabe auf normalen Uhren ist dagegen kein Tauchtiefenversprechen.
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