Rolex · seit 1945
Datejust
Datum im Fenster, geriffelte Lünette, Jubilee-Armband: Die Datejust von 1945 gilt vielen als die klassische Rolex.
- Marke
- Rolex
- Erschienen
- 1945 (Referenz 4467)
- Art
- Klassische Automatik-Armbanduhr mit Datum im Fenster bei 3 Uhr
- Anlass
- 40-jähriges Bestehen von Rolex
- Durchmesser
- 36 mm (1945), später auch 41 mm und kleinere Grössen
- Armband
- Jubilee (fünfgliedrig) oder Oyster
- Werk
- Automatik; heute Kaliber 3235 mit rund 70 Stunden Gangreserve (laut Rolex)
- Varianten
- Turn-O-Graph (1953), Lady-Datejust (1957), Oysterquartz Datejust (1977), Datejust II (2009), Datejust 41 (2016)

Zum 40. Geburtstag
1945 feierte Rolex sein 40-jähriges Bestehen und brachte dazu die Datejust heraus, die Referenz (Modellnummer) 4467. Sie hatte ein Gehäuse von 36 Millimetern aus Gelbgold, einen automatischen Aufzug und ein Fenster bei 3 Uhr, in dem das Datum erscheint und sich um Mitternacht von selbst weiterschaltet. Die Datejust gilt als erste selbstaufziehende Chronometer-Armbanduhr, die das Datum in einem Fenster des Zifferblatts zeigt. Ein Chronometer ist eine besonders genau gehende, amtlich geprüfte Uhr.
Zunächst sollte sie ein Sondermodell sein: Die ersten 100 Stück verkaufte Rolex zusammen mit der Zeitung «Tribune de Genève», nummeriert zwischen den Bandanstössen. Weil die Nachfrage so gross war, verzichtete Rolex auf die Begrenzung. Von dieser ersten Referenz entstanden insgesamt nur rund 1'000 Stück.
Jubilee-Armband, Lupe und Riffelung
Zum Jubiläum entwarf Rolex ein eigenes Armband mit fünf Gliedern pro Reihe, das nach dem Anlass «Jubilee» heisst. Zum Aussehen der Datejust gehört auch die geriffelte Lünette, der Ring um das Glas; schon das erste Modell hatte sie.
Anfang der 1950er-Jahre kam die kleine Lupe über dem Datumsfenster dazu, die «Cyclops». Rolex liess sie patentieren; sie vergrössert die Zahl und macht das Datum leichter lesbar. Später erhielten fast alle Rolex-Uhren mit Datum diese Lupe, etwa die Submariner und die GMT-Master. Mitte der 1950er-Jahre sprang das Datum nicht mehr langsam, sondern schlagartig um Mitternacht auf den nächsten Tag.

Viele Grössen, ein bewährtes Werk
Die Datejust gab es zunächst nur mit 36 Millimetern. Später kamen 41 Millimeter dazu (Datejust II ab 2009, Datejust 41 ab 2016) sowie kleinere Modelle, von der Lady-Datejust mit anfangs 26 Millimetern (seit 2015: 28 Millimeter) bis 34 Millimeter. Neben Edelstahl und Gold gibt es «Rolesor», Rolex' Name für die Kombination aus Stahl und Gold. Als Armband stehen Jubilee und Oyster zur Wahl.
Im Inneren arbeitete ab 1988 das Kaliber (der Werktyp) 3135. In der Datejust 41 steckt seit 2016 das Kaliber 3235, das laut Rolex mit höchstens 2 Sekunden Abweichung pro Tag läuft und rund 70 Stunden Gangreserve hat.
Mit Drehlünette: die Turn-O-Graph
1953 stellte Rolex die Referenz 6202 vor, die Turn-O-Graph. Im Grunde war sie eine Datejust mit einer drehbaren Lünette, auf der sich Minuten markieren lassen. Das Auktionshaus Phillips nennt sie die erste in Serie gebaute Armbanduhr mit Drehlünette; einen Prototyp mit diesem Gedanken hatte Rolex schon 1937 gebaut.
Rolex lieferte die Uhr an die Thunderbirds, die Kunstflugstaffel der amerikanischen Luftwaffe. Ende der 1950er-Jahre verkaufte Rolex sie in den USA deshalb unter dem Namen «Thunderbird». Die Turn-O-Graph blieb bis 2011 im Angebot.
1977: Schnellschaltung und Quarz
1977 brachte für die Datejust zwei Neuerungen. Mit dem Automatikwerk 3035 liess sich das Datum erstmals direkt über die Krone einstellen, ohne die Zeiger immer wieder rundherum zu drehen; Fachleute nennen das Schnellschaltung.
Im selben Jahr erschien die Oysterquartz Datejust, Referenz 17000, mit dem Quarzwerk 5035, das Rolex selbst entwickelt hatte. Es war Rolex' Antwort auf die günstigen Quarzuhren aus Japan, die damals die Schweizer Uhrenindustrie in Bedrängnis brachten.
1988 wechselte die Datejust mit der Referenz 16234 vom Kunststoffglas zum kratzfesten Saphirglas.
Rolesor und die Lady-Datejust
Die Kombination aus Stahl und Gold gibt es bei Rolex laut eigenen Angaben seit Anfang der 1930er-Jahre; den Namen «Rolesor» liess die Firma 1933 als Marke eintragen. Bei der Datejust taucht Rolesor um 1949/1950 mit den Übergangsreferenzen 5030 und 5031 auf.
1957 kam die Lady-Datejust mit einem Gehäuse von 26 Millimetern auf den Markt. 2015 vergrösserte Rolex sie auf 28 Millimeter.
Gut zu wissen
- «Referenz» nennen Uhrenfachleute die Modellnummer einer Uhr. Die erste Datejust hiess 4467.
- Das Datumsfenster der ersten Datejust schaltete noch langsam weiter. Das schlagartige Umspringen um Mitternacht kam erst Mitte der 1950er-Jahre.
- Bei einer Schnellschaltung stellt man das Datum direkt über die Krone ein. Ohne sie muss man die Zeiger für jeden Tag zweimal rundherum drehen.
- Der Name «Thunderbird» für die Turn-O-Graph stammt von der Kunstflugstaffel der US-Luftwaffe, die diese Uhr trug.
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Stand: 26.10.2026
Quellen
- Rolex Datejust – Wikipedia (englisch)
- Monochrome: The Evergreens – The History of the Rolex Datejust, the Crown's Timeless Icon
- Monochrome: A Technical Perspective – The Rolex Cyclops Lens Fully Explained
- Phillips: Rolex Datejust Ref. 1601, Auktion Hongkong (Katalogtext zur Geschichte der Datejust)
- Phillips: The Revolutionary Turn-O-Graph
- Phillips: Rolex Oysterquartz Datejust Ref. 17013 (Katalogtext zur Geschichte der Oysterquartz)
- Rolex: Datejust 31, Referenz 278243 (offizielle Seite, Angaben zu Rolesor)