
Cartier · 1917
Tank
Keine runde Uhr, sondern ein Rechteck: Die Tank zeigt seit 1919, was eine klare Form bewirken kann. Seitenstege, römische Ziffern und ein runder Saphir an der Krone erkennt man sofort.
Grosse Luxusmarken · seit 1847
Cartier ist ein Pariser Juwelierhaus, das mit Uhren wie der Tank und der Santos Designgeschichte schrieb. Seine Uhrmacherei sitzt seit Jahrzehnten im Schweizer Jura, in La Chaux-de-Fonds.

1847 übernahm Louis-François Cartier in Paris die Werkstatt seines Lehrmeisters Adolphe Picard; das gilt als Gründung des Hauses. Sein Sohn Alfred führte die Firma ab 1874 weiter und baute den Uhrenbereich auf. Schon 1888 soll das Haus erste Armbanduhren vorgestellt haben.
Alfreds drei Söhne prägten die nächste Generation: Louis leitete das Pariser Haus und verlegte es 1899 in die Rue de la Paix, Jacques baute ab 1902 die Filiale in London auf, Pierre eröffnete 1909 eine in New York. Bis 1964 blieb die Firma in Familienbesitz; heute gehört Cartier zur Genfer Richemont-Gruppe.
Für den brasilianischen Flugpionier Alberto Santos-Dumont entwarf Louis Cartier nach gängiger Darstellung 1904 eine Armbanduhr, die sich im Flug leichter ablesen liess als eine Taschenuhr. Von dieser ersten Uhr ist nichts erhalten; im Handel gab es die Santos-Dumont ab 1911. Die erste Armbanduhr überhaupt war sie aber nicht.
Die Tank entwarf Louis Cartier laut Cartier 1917. Die ersten sechs Exemplare kamen Ende 1919 in den Verkauf und waren Mitte Januar 1920 vergriffen. Typisch sind die beiden senkrechten Seitenstege, die Gehäuse und Band verbinden, ein Minutenband in der Form eines Schienenstrangs, römische Ziffern und ein rund geschliffener Saphir (Cabochon) an der Krone. Die oft erzählte Geschichte vom Renault-Panzer als Vorbild und vom Prototyp für General Pershing ist nicht gesichert.

Lange kamen Cartiers Uhrwerke von Spezialisten. 1907 schloss das Haus einen Vertrag mit Edmond Jaeger, der Cartier exklusiv mit Werken belieferte; später arbeitete Cartier eng mit Jaeger-LeCoultre zusammen und verwendete daneben Werke von Vacheron Constantin und Audemars Piguet.
Laut Cartier baute das Haus seine eigene Uhrmacherei ab 1972 in La Chaux-de-Fonds auf. Die heutige Manufaktur dort wurde im Jahr 2000 gebaut und vereint über 120 Berufe auf 33'000 Quadratmetern. 2010 folgte mit dem Kaliber 1904 MC das erste eigene Automatikwerk. Insgesamt beschäftigen die Cartier-Manufakturen (Stand 2021) rund 1'200 Menschen an fünf Standorten in drei Kantonen.
Cartier ist keine Schweizer Gründung: Das Haus entstand 1847 in Paris, und sein Sitz ist bis heute Paris. Im Uhrenatlas steht es trotzdem, weil seine Uhren in der Schweiz entstehen: Die Uhrmacherei sitzt laut Cartier seit 1972 in La Chaux-de-Fonds, die Manufaktur dort wurde im Jahr 2000 gebaut. Auf dem Zifferblatt der abgebildeten Tank Américaine steht entsprechend «Swiss made».
Hinzu kommt der Eigentümer, die Genfer Richemont-Gruppe. Cartier bleibt dennoch ein Grenzfall: ein französisches Haus mit Schweizer Uhrmacherei. Deshalb trägt der Eintrag in der Pyramide einen Herkunftshinweis.


Cartier · 1917
Keine runde Uhr, sondern ein Rechteck: Die Tank zeigt seit 1919, was eine klare Form bewirken kann. Seitenstege, römische Ziffern und ein runder Saphir an der Krone erkennt man sofort.

Cartier · 1904
Für einen Flugpionier entworfen und von einem Quadrat mit sichtbaren Schrauben geprägt: Die Santos begann als Pilotenuhr und wurde ab 1978 zur Stahluhr.
1911 · Eckige Uhr, Fliegeruhr-Ursprung
Louis Cartier soll 1904 für den Flugpionier Alberto Santos-Dumont eine flache Armbanduhr mit eckiger Lünette entworfen haben; im Handel gab es die Santos-Dumont ab 1911. 1978 folgte die Version aus Stahl und Gold mit sichtbaren Schrauben, 2018 die heutige Santos de Cartier.
1919 · Rechteckuhr, Dresswatch
Louis Cartier entwarf sie laut Cartier 1917, die ersten Uhren kamen Ende 1919 in den Verkauf. Typisch sind zwei senkrechte Seitenstege (Brancards), römische Ziffern, ein Minutenband in Schienenform und ein runder Saphir an der Krone.
1983 · Eckige Uhr mit Gliederband
Eine Weiterentwicklung der Santos-Dumont mit Kronenschutz und einem Gliederarmband aus ziegelartigen Gliedern.
1985 · Sportuhr
Von Gérald Genta gestaltet: ein rundes 38-Millimeter-Gehäuse mit breiter Lünette, verschraubter Kronenkappe an einem Kettchen und je nach Modell einem Schutzgitter über dem Zifferblatt. Den Namen erklärt Cartier mit einem Gruss an den Pascha von Marrakesch.
1989 · Rechteckuhr, gewölbte Form
Eine grössere, länglichere und gewölbte Tank, die sich auch für Komplikationen eignet; die Française (1996) ging noch weiter und liess das Gehäuse in ein integriertes Armband übergehen.
2007 · Runde Uhr
Eine rundliche Cartier-Uhr als Gegenstück zu den eckigen Klassikern: Die Krone mit blauem Saphir sitzt unter einem Bogen, die römischen Ziffern sind dem Gehäuse leicht angepasst. Sie gibt es in vielen Grössen, auch mit Tourbillon.
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Stand: 25.10.2026