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Uhrenatlas

Cartier · seit 1904

Santos

Für einen Flugpionier entworfen und von einem Quadrat mit sichtbaren Schrauben geprägt: Die Santos begann als Pilotenuhr und wurde ab 1978 zur Stahluhr.

Marke
Cartier
Erschienen
1911 im Handel (Entwurf laut Cartier 1904)
Benannt nach
Alberto Santos-Dumont, brasilianischer Flugpionier
Art
Quadratische Armbanduhr mit sichtbaren Schrauben
Wendepunkt
1978: Santos in Stahl und Gold mit Metallarmband
Heute
Automatik-Kaliber 1847 MC, Armband ohne Werkzeug wechselbar (QuickSwitch)
Quadratische Stahluhr mit sichtbaren Schrauben an Lünette und Armband und silbernem Zifferblatt mit römischen Ziffern auf einem Ständer
Santos de Cartier in Stahl, ausgestellt in einem Cartier-Geschäft in Prag · Bild: Pittigrilli, CC BY-SA 4.0

Eine Uhr für einen Flugpionier

Alberto Santos-Dumont war ein Flugpionier aus Brasilien, der vor allem in Frankreich flog. 1901 umrundete er in Paris mit einem Luftschiff den Eiffelturm und gewann den Deutsch-Preis. Laut Cartier erfüllte ihm Louis Cartier 1904 den Wunsch, die Zeit im Flug ablesen zu können, ohne die Steuerung loszulassen.

Cartier nennt die Santos die erste moderne Uhr, die für das Handgelenk gedacht war. Das ist eine Aussage der Marke: Armbanduhren gab es schon früher. Von der allerersten Uhr ist nichts erhalten; im Handel gab es die Santos-Dumont ab 1911, aus Platin oder Gelbgold und mit Lederband.

Quadrat mit Schrauben

Die Santos erkennt man am quadratischen Gehäuse mit abgerundeten Kanten und geschwungenen Bandanstössen, den «Hörnern», an denen das Armband sitzt. Auffällig sind die Schrauben auf der Lünette, dem Rahmen um das Zifferblatt: Cartier lässt sie sichtbar, obwohl man sie in der Uhrmacherei sonst versteckt.

Quadratische Stahluhr mit sichtbaren Schrauben an Lünette und Armband, silbernem Zifferblatt mit römischen Ziffern, Datumsfenster und blauen Zeigern vor grauem Hintergrund
Santos de Cartier Galbée in Stahl (Design Museum, London) · Bild: Daderot, CC0

1978: Stahl statt Edelmetall

Am 20. Oktober 1978 stellte Cartier im Pariser Musée de l'Air die Santos in Stahl und Gold vor, mit Metallarmband statt Lederband. Die Kombination galt damals als gewagt, und die Uhr war eines der ersten Cartier-Modelle, die nicht ganz aus Edelmetall bestanden. Sie wurde ein grosser Erfolg.

1987 folgte die Santos Galbée mit weicheren, rundlicheren Kanten («galbée» heisst gewölbt). Cartiers andere berühmte Form ist die rechteckige Tank.

Quadratische Cartier Santos aus Stahl mit goldener Lünette und goldenen Schrauben am Gehäuse und am verschraubten Metallarmband, am Handgelenk getragen
Cartier Santos in Stahl und Gold, Baujahr 1988 · Bild: Noop1958, CC BY-SA 3.0

2018: Neustart mit neuer Technik

Genau vierzig Jahre nach der Stahl-Santos zeigte Cartier 2018 an der Genfer Uhrenmesse SIHH die neu gestaltete Santos, mit 13 neuen Modellen. Im Inneren tickt das automatische Kaliber 1847 MC (4 Hertz, rund 48 Stunden Gangreserve).

Neu war auch die Bedienung: Mit dem System «QuickSwitch» wechselt man Metall- oder Lederband ohne Werkzeug, mit «SmartLink» entfernt man einzelne Glieder des Metallarmbands ohne Werkzeug. Die Santos gibt es in zwei Grössen, mittel (35,1 × 41,9 mm) und gross (39,8 × 47,5 mm); die mittlere ist bis 100 Meter wasserdicht.

Gut zu wissen

  • Am 12. November 1906 flog Santos-Dumont in Paris mit seinem Flugzeug 14-bis 220 Meter weit und gewann damit den Archdeacon-Preis.
  • SIHH steht für «Salon International de la Haute Horlogerie», die Genfer Luxusuhrenmesse, an der viele Marken ihre Neuheiten zeigen.

Teste dein Wissen

Quiz: Was weisst du über die Santos?

Mehr Fragen gibt es im grossen Quiz.