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Uhrenatlas

TAG Heuer · seit 1969

Monaco

Quadratisch, blau und seiner Zeit voraus: Die Monaco erschien 1969 mit einem der ersten Automatik-Chronographenwerke und wurde durch einen Rennfilm zur Legende.

Marke
TAG Heuer (damals noch Heuer)
Erschienen
1969 (Referenz 1133, Kaliber 11)
Art
Chronograph mit Selbstaufzug im quadratischen, wasserdichten Gehäuse
Gehäuse
quadratisch, rund 39 mm, Krone links, bis 100 m wasserdicht
Name
nach dem Formel-1-Rennen in Monaco
Berühmt durch
Steve McQueen im Film «Le Mans» (1971)
Quadratischer Chronograph Heuer Monaco mit blauem Zifferblatt, zwei weissen Hilfszifferblättern und roten Zeigerspitzen, am Handgelenk über einer karierten Tischdecke
Heuer Monaco mit blauem Zifferblatt (Calibre 11, McQueen-Ausführung) · Bild: Jokamies .fi, CC BY 2.0

1969: Eckig in einer runden Welt

Am 3. März 1969 stellte Heuer in Genf und New York die Monaco vor, zusammen mit neuen Automatik-Versionen der Carrera und der Autavia. Benannt ist sie nach dem Formel-1-Rennen in Monaco. Fast alle Chronographen waren damals rund. Die Monaco hatte ein quadratisches Gehäuse, ein blaues Zifferblatt und die Krone links.

Quadratische Gehäuse liessen sich damals schlecht abdichten und kamen fast nur bei dünnen, eleganten Uhren vor. Piquerez (EPSA), der langjährige Gehäuselieferant von Heuer, entwickelte ein quadratisches Gehäuse, das bis 100 Meter wasserdicht war. Heuer sicherte sich die Rechte für Chronographen. Die Monaco gilt damit als einer der ersten wasserdichten Chronographen im quadratischen Gehäuse.

Ein Werk aus vier Häusern

Im Inneren arbeitete das Kaliber 11, auch «Chronomatic» genannt: ein Chronograph mit Selbstaufzug, den Heuer zusammen mit Breitling, Hamilton-Büren und dem Werkspezialisten Dubois Dépraz entwickelt hatte. Es bestand aus zwei Teilen: einem Aufzugswerk von Büren mit kleinem Rotor und einem Chronographen-Modul von Dubois Dépraz.

Es war ein Wettlauf: Im selben Jahr stellten auch Zenith und Seiko Automatik-Chronographen vor. Wer als Erster war, ist bis heute umstritten. Breitling baute das Werk unter anderem in die Navitimer ein, Heuer in Carrera, Autavia und Monaco.

Steve McQueen und «Le Mans»

Im Verkauf war die Monaco zunächst ein Misserfolg: Kreative mochten das Design, die breite Kundschaft wollte einen runden Chronographen. 1970 rief der Requisiteur Don Nunley bei Heuer an. Für den Rennfilm «Le Mans» mit Steve McQueen brauchte er Uhren und Zeitmessgeräte.

McQueen spielte den Rennfahrer Michael Delaney. Als Vorbild für seine Rolle diente ihm der Schweizer Rennfahrer Jo Siffert, ein Freund von Jack Heuer, auf dessen Rennanzug das Heuer-Zeichen prangte. Der Überlieferung nach lagen für McQueen mehrere Uhren zur Wahl bereit, darunter eine Omega Speedmaster. Er entschied sich für die blaue Monaco. Heuer schickte unter anderem sechs Monaco der Referenz 1133B ans Set.

Der Film kam 1971 heraus und war an den Kinokassen kein Erfolg. Doch das Bild von McQueen mit der blauen Monaco am Handgelenk blieb. Die Referenz 1133B heisst seither «McQueen Monaco».

Vom Ladenhüter zur Ikone

1974 verschwand die Monaco aus dem Katalog; ihre rundere Nachfolgerin hiess Silverstone. Ende der 1990er-Jahre legte TAG Heuer die Monaco als Sonderserie von 5'000 Stück neu auf, wenig später gehörte sie wieder fest zum Programm. 2009, zum 40. Jahrestag, folgte eine Neuauflage von 1'000 Stück, die dem Original bis zur Krone links stark ähnelte. 2015 kehrte die «Monaco Calibre 11» als Dauermodell zurück.

Seit 2005 gibt es Sondermodelle in den Farben von Gulf Oil, hellblau und orange. Es sind die Farben des Ölkonzerns, die der Porsche 917 im Film trug. 2019, zum 50. Geburtstag, erschienen fünf Sondereditionen, je eine im Stil eines Jahrzehnts seit 1969. Im selben Jahr bekam die Standard-Monaco mit dem Heuer 02 ein eigenes Werk der Marke.

Im Dezember 2020 wurde eine der sechs Uhren, die im Film gedient hatten, bei Phillips für 2,2 Millionen US-Dollar versteigert. Sie gilt als die teuerste je versteigerte Heuer.

Gut zu wissen

  • Auf den ersten Monaco steht über dem Heuer-Schild das Wort «Chronomatic». Heuer liess es bald weg, weil der Begriff vor allem in den USA für Verwirrung sorgte.
  • Die Krone der Original-Monaco sitzt links, die Drücker rechts – 1969 sah man das sonst nirgends. Neuauflagen wie die von 2009 und 2015 führen das weiter.
  • Die McQueen-Monaco hat ein blaues Zifferblatt mit weissen Hilfszifferblättern; die Variante in Grau (Referenz 1133G) ist unter Sammlern weniger gefragt.

Weitere Bilder der Monaco

Quadratische TAG Heuer Monaco mit blauem Zifferblatt, zwei weissen Hilfszifferblättern und rotem Sekundenzeiger auf einem Ständer in einer Vitrine
TAG Heuer Monaco, Neuauflage zum 40-Jahr-Jubiläum mit Kaliber 11 (Ausstellung Athina Fair, 2009) · Bild: Ferengi, CC BY-SA 3.0

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