Für Sammler
Navitimer Story
Anthony Marquié, Grégoire Rossier · 2022 · Deutsch · 256 Seiten
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Breitling · seit 1952
Eine Stoppuhr, die rechnen kann: Die Navitimer entstand 1952 für Piloten und ist laut Breitling die berühmteste Uhr der Marke.

1952 kam die US-Pilotenvereinigung AOPA (Aircraft Owners and Pilots Association) auf Willy Breitling zu. Sie suchte einen Chronographen für ihre Mitglieder, also eine Uhr mit Stoppfunktion, mit der man auch im Flugzeug rechnen kann. Willy Breitlings Antwort war die Navitimer.
Das Besondere ist der Rechenschieber in der drehbaren Lünette, dem Ring um das Zifferblatt. Ein Rechenschieber hat zwei gegeneinander verschiebbare Zahlenskalen, an denen man multipliziert und dividiert. Damit rechnen Piloten zum Beispiel Durchschnittsgeschwindigkeit, zurückgelegte Strecke, Treibstoffverbrauch oder Steig- und Sinkrate aus und wandeln Meilen in Kilometer oder Seemeilen um. Früher brauchte man dafür ein eigenes Gerät.
Der Name verbindet «Navigation» und «Timer». Die ersten Uhren massen rund 40 Millimeter, für damalige Verhältnisse gross, und hatten übergrosse, leuchtende arabische Ziffern auf schwarzem Zifferblatt. So blieb die Uhr auch im Cockpit gut lesbar.

Die erste Navitimer war nicht frei erhältlich. Sie trug kein Breitling-Zeichen, sondern das geflügelte Emblem der AOPA und ging nur an deren Mitglieder. Ende 1955 kam sie mit dem Namen Breitling und einem eigenen, geflügelten Zeichen in den Handel. Erst jetzt erhielt das Modell die Referenznummer 806.
Anfang der 1960er-Jahre bekam die Uhr weisse Hilfszifferblätter, also kleine Zifferblätter für gestoppte Zeiten. Die Lünette wechselte von kleinen Kügelchen zu einem geriffelten Rand, und um 1965 erschien das «Twin-Jet»-Zeichen mit zwei übereinanderliegenden Flugzeugen.
Getragen wurde die Navitimer laut Breitling vom Jazzmusiker Miles Davis und von Formel-1-Fahrern wie Jim Clark, Graham Hill und Jo Siffert. 1986 wählte der Sänger Serge Gainsbourg eine Navitimer, die er an einem Armband aus Platin trug.
Am 24. Mai 1962 umkreiste der Astronaut Scott Carpenter in der Kapsel Aurora 7 dreimal die Erde. Er trug eine Navitimer mit 24-Stunden-Zifferblatt: Im All gibt es keinen Wechsel von Tag und Nacht, und eine 24-Stunden-Anzeige verhindert, dass man Mittag und Mitternacht verwechselt. Später kam die Uhr als «Cosmonaute» in den Handel.
1969 stellte Breitling gemeinsam mit Heuer (der späteren Marke TAG Heuer), Hamilton-Büren und dem Werkspezialisten Dubois Dépraz das Chronographenwerk «Chrono-Matic» vor, eines der ersten mit Selbstaufzug. Dasselbe Werk, das Kaliber 11, steckte auch in der Monaco von Heuer. Die Navitimer mit dem neuen Werk bekam ein deutlich grösseres Gehäuse.

In der Quarzkrise der späten 1970er-Jahre gab es die Navitimer zeitweise mit Quarzwerk und Digitalanzeige. Im Dezember 1978 schloss die Fabrik in La Chaux-de-Fonds, 1979 übernahm Ernest Schneider die Marke. 1986 erschien wieder eine mechanische Navitimer.
2009 kam die Navitimer 01 mit dem ersten eigenen Werk der Marke, dem Kaliber 01. 2019 legte Breitling die Referenz 806 von 1959 als «Re-Edition» neu auf, laut Breitling die erste historische Wiederauflage der Marke. Heute gibt es die Navitimer in vielen Grössen, vom Chronographen bis zum Modell mit ewigem Kalender, und laut Breitling ist sie über 70 Jahre nach ihrer Entstehung die berühmteste Uhr der Marke.

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Stand: 26.10.2026