Für Sammler
TAG Heuer Carrera
Nicholas Biebuyck · 2023 · Englisch · 283 Seiten
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TAG Heuer · seit 1963
Aufgeräumt, gut lesbar und für den Rennsport gebaut: Die Carrera ist der Chronograph, den Jack Heuer 1963 nach einem mexikanischen Strassenrennen benannte.

Heuer baute schon lange Stoppuhren und Armaturenbrett-Zeitmesser für den Motorsport. 1963 entwarf Jack Heuer, selbst Rennsportfan, daraus eine Armbanduhr für Rennfahrer: die Carrera.
Den Namen fand er 1962 bei einem Treffen mit den Brüdern Rodríguez am 12-Stunden-Rennen von Sebring in den USA. Sie erzählten ihm von der Carrera Panamericana, einem Rennen auf offenen Strassen quer durch Mexiko, das von 1950 bis 1954 stattfand. «Carrera» ist spanisch für «Rennen». Das Rennen galt als äusserst gefährlich und forderte viele Todesopfer. Es gab es 1962 schon nicht mehr, doch Jack Heuer gefiel der Name, und er liess ihn eintragen.
Die erste Carrera, Referenz 2447, hatte ein rundes Stahlgehäuse von rund 36 Millimetern mit glatten Gehäuseseiten und kantig geschliffenen Bandanstössen. Auf dem Zifferblatt standen nur aufgesetzte Striche für die Stunden und vertiefte Hilfszifferblätter, also kleine Zifferblätter für gestoppte Zeiten. Alles Überflüssige fehlte: Zu sehen sein sollte nur, was ein Fahrer im Rennwagen braucht.
Die Sekundenskala liegt nicht auf dem Zifferblatt, sondern auf einem festen Ring am Rand, unterteilt in Fünftelsekunden. So bleibt das Zifferblatt frei. Später kamen Varianten dazu: helle Zifferblätter mit dunklen Hilfszifferblättern oder umgekehrt («Panda» und «Reverse Panda»), Modelle mit zwei oder drei Hilfszifferblättern und um 1965 die «2447T» mit rotem Tachymeter, einer Skala, die gestoppte Zeit in Geschwindigkeit umrechnet.
Im Inneren tickten Handaufzugswerke von Valjoux, vor allem das Kaliber 72. Die Referenz 2447 wurde bis 1970 gebaut und immer von Hand aufgezogen.

1969 bekam auch die Carrera das neue Selbstaufzugswerk, das Kaliber 11, dasselbe wie die Monaco. In den 1970er-Jahren wurden die Uhren bunter und mutiger, teils mit tonnenförmigen Gehäusen.
Die Quarzkrise traf die Carrera hart. 1982 musste Jack Heuer die Firma verkaufen, 1984 wurde die Carrera eingestellt. 1996 kehrte sie unter dem Namen TAG Heuer zurück, in Retro-Gestaltung nach dem Vorbild der Referenz 2447, mit Handaufzugswerken von Lemania oder automatischen Chronographenwerken von ETA.
Bis 2013 gab es laut TAG Heuer zehn Generationen der Carrera. 2011 zeigte die Marke die Carrera Mikrograph, laut TAG Heuer der erste Chronograph, der die Hundertstelsekunde mit einem zentralen Zeiger anzeigt. 2012 erhielt die Carrera Mikrogirder den «Aiguille d'Or», den Hauptpreis des Grand Prix d'Horlogerie de Genève.
Inzwischen steckt in vielen Carrera ein eigenes Chronographenwerk der Marke, Heuer 01 und später Heuer 02. 2023, zum 60. Geburtstag, brachte TAG Heuer mehrere Sondermodelle heraus. Manche haben ein «Glassbox»-Glas, das sich über die Tachymeterskala wölbt, als Anspielung auf die gewölbten Kunststoffgläser der Carrera aus den 1970er-Jahren.

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Stand: 26.10.2026