Patek Philippe · seit 1976
Nautilus
Gross, sportlich und aus Stahl – und trotzdem als eine der teuersten Uhren der Welt beworben: Die Nautilus war 1976 ein Wagnis und ist heute eine der begehrtesten Sammleruhren.
- Marke
- Patek Philippe
- Erschienen
- 1976 (Referenz 3700/1A)
- Gestaltet von
- Gérald Genta, zusammen mit Patek Philippe
- Art
- Luxus-Sportuhr aus Stahl mit integriertem Band
- Wasserdicht
- 120 m (erstes Modell)
- Werk
- Automatik; 1976 Kaliber 28-255 C (Grundlage: Jaeger-LeCoultre 920), heute unter anderem 26-330 S C
- Durchmesser
- 42 mm (3700/1A, 1976), 41 mm (5811/1G, 2022)
- Wichtige Referenzen
- 3700 (1976), 4700 (1980), 3800 (1981), 5711, 5712 und 5980 (2006), 5990 (2014), 5811 (2022)

Ein Bullauge am Handgelenk
Entworfen hat die Nautilus der Designer Gérald Genta in enger Zusammenarbeit mit Patek Philippe; vier Jahre zuvor hatte er bereits die Royal Oak von Audemars Piguet gestaltet. Vorbild für das Gehäuse waren die Bullaugen von Ozeandampfern: eine achteckige Lünette und seitliche Fortsätze bei 3 und 9 Uhr, die an die Verschlüsse eines Bullauges erinnern.
Der Name passt laut Patek Philippe gleich doppelt: zum Perlboot Nautilus, einem Meerestier mit spiralförmiger Schale, und zum Unterseeboot von Kapitän Nemo aus Jules Vernes Roman «20'000 Meilen unter dem Meer».
Luxus aus Stahl
In den 1970er-Jahren waren flache Golduhren gefragt. Die Nautilus dagegen war gross, sportlich, bis 120 Meter wasserdicht – und aus Stahl. Patek Philippe warb mit dem Satz: «Eine der teuersten Uhren der Welt ist aus Stahl.» Zusammen mit der Royal Oak von 1972 prägte sie eine neue Gattung, die Luxus-Sportuhr.
Ein Gehäuse aus einem Block
Das Gehäuse der ersten Nautilus, der Referenz 3700/1A, hatte keinen abnehmbaren Boden. Es bestand aus einem einzigen Block, in den das Werk von oben eingesetzt wurde. Verschlossen wurde die Uhr mit einem zweiten Teil aus Lünette, Glas und den seitlichen «Ohren», die an die Scharniere eines Schiffsfensters erinnern; dazwischen sass eine Dichtung.
Mit 42 Millimetern Durchmesser war die 3700 für ihre Zeit gross, weshalb Sammler sie «Jumbo» nennen. Trotzdem war sie nur 7,6 Millimeter hoch. Im Inneren arbeitete das Automatikwerk 28-255 C mit Datum, gebaut auf der Grundlage des Kalibers 920 von Jaeger-LeCoultre. Die 3700 blieb bis 1990 im Angebot.
Aus einem Modell wird eine Familie
1980 kam ein Damenmodell mit 27 Millimetern und Quarzwerk dazu, die Referenz 4700. 1981 folgte die mittelgrosse Referenz 3800 mit 37,5 Millimetern und einem eigenen, flachen Automatikwerk von Patek Philippe, dem Kaliber 335 SC.
Zum 30. Geburtstag 2006 baute Patek Philippe die Nautilus zu einer eigenen Kollektion aus. Die neue Referenz 5711/1A erhielt ein dreiteiliges Gehäuse mit verschraubtem Glasboden und das Automatikwerk 324 SC. Gleichzeitig erschienen die 5712 mit Gangreserve-, Datums- und Mondphasenanzeige sowie die 5980, der erste Chronograph der Nautilus. 2014 löste die 5990 die Stahlversion der 5980 ab: ein Chronograph mit zweiter Zeitzone, bei dem zwei Drücker auf der linken Seite das «Ohr» bei 9 Uhr ersetzen.
Abschied von der 5711 und eine Nachfolgerin aus Gold
Für das letzte Produktionsjahr 2021 erhielt die Stahl-5711/1A ein olivgrünes Zifferblatt, das erste dieser Farbe in der Nautilus-Linie; Gehäuse, Werk und Band blieben gleich. Daneben erschien die 5711/1300A mit Diamanten auf der Lünette. Laut Fachpresse besetzte Patek Philippe damit zum ersten Mal eine Herrenuhr aus Stahl mit Diamanten.
2022 stellte Patek Philippe die Referenz 5811/1G vor: wieder eine Nautilus mit Stunden, Minuten, Sekunden und Datum, nun aber aus Weissgold und mit 41 Millimetern Durchmesser. Darin arbeitet das Automatikwerk 26-330 S C. Laut Patek Philippe ist sie bis 30 Meter wasserdicht. Das Auktionshaus Phillips bezeichnet sie als Nachfolgerin der 5711.
Begehrt wie kaum eine andere
Besonders gesucht war die Referenz 5711/1A. Anfang 2021 kündigte Patek Philippe ihr Ende an. Zum Abschied entstanden Sonderausführungen, darunter 170 Stück mit türkisblauem Zifferblatt zusammen mit Tiffany & Co. Das erste davon erzielte im Dezember 2021 bei Phillips in New York 6,5 Millionen Dollar; der Erlös ging an eine Naturschutzorganisation.
Gut zu wissen
- Gérald Genta entwarf sowohl die Nautilus als auch die Royal Oak – zwei der bekanntesten Luxus-Sportuhren aus Stahl.
- «Jumbo» nennen Sammler die grossen Nautilus-Modelle mit rund 42 Millimetern, allen voran die erste Referenz 3700.
- Die 5711 war aus Stahl und bis 120 Meter wasserdicht. Ihre Nachfolgerin 5811 ist aus Weissgold und laut Patek Philippe bis 30 Meter wasserdicht.
Weitere Bilder der Nautilus

Aktuelle Modelle beim Hersteller ↗
Stand: 26.10.2026
Quellen
- Patek Philippe: 40 Jahre Nautilus, Medienmitteilung 2016 (PDF)
- Monochrome: History of the Nautilus, Part 1 – Reference 3700
- WorldTempus: Nautilus – the never-ending ending
- Phillips: Nautilus 5711/1A-018 Tiffany, Auktion New York 2021
- Monochrome: History of the Nautilus, Part 2 – Evolution into a Collection
- Monochrome: History of the Nautilus, Part 3 – Modern Days (5711, 5712, 5980, 5990)
- Patek Philippe: Nautilus 5811/1G-001 (offizielle Seite)
- Watchonista: Patek Philippe launches a new Nautilus 5711 with olive-green dial
- Phillips: Patek Philippe Nautilus 5811/1G (Katalogtext)