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Uhrenatlas

Grosse Luxusmarken · seit 1874

Piaget

Piaget begann 1874 als Werkstatt auf einem Bauernhof im Jura und wurde zum Spezialisten für extrem flache Uhrwerke – und zu einem Haus, das Uhren und Schmuck aus Gold verbindet.

Gegründet
1874 in La Côte-aux-Fées
Gründer
Georges-Édouard Piaget
Sitz
La Côte-aux-Fées (Werke) und Plan-les-Ouates bei Genf (Manufaktur)
Gehört zu
Richemont (seit 1988 in der Vorläufergruppe), wie Cartier
Bekannt für
Ultraflache Werke, Altiplano, Polo, Schmuckuhren
Piaget Polo 79 mit integriertem Band aus abwechselnd weiss- und gelbgoldenen Gliedern, aufrecht präsentiert
Piaget Polo 79 in Weiss- und Gelbgold · Bild: Alan Wang (Pexels), Pexels-Lizenz

Eine Werkstatt auf dem Bauernhof

1874 richtete der 19-jährige Georges-Édouard Piaget auf dem Bauernhof seiner Eltern in La Côte-aux-Fées im Jura eine Werkstatt ein. Die Firma fertigte zunächst Taschenuhren und Werke, oft für andere Uhrenmarken. 1911 übernahm sein Sohn Timothée das Geschäft; 1943 liessen die Enkel Gérald und Valentin den Namen Piaget als Marke eintragen, damit die Uhren die eigene Signatur trugen.

1945 entstand in La Côte-aux-Fées eine neue Fabrik, 1959 eröffnete in Genf die erste Boutique samt Schmuckatelier.

Dünner geht kaum

1957 stellte Piaget das Handaufzugskaliber 9P vor: nur 2 Millimeter hoch und laut Piaget damals das flachste seiner Art. 1960 folgte das Automatikwerk 12P, 2,3 Millimeter hoch und mit einem Mikrorotor, der im Werk selbst liegt. Das Kaliber 600P von 2002 (3,5 Millimeter) gilt als das flachste Tourbillon der Welt, die Altiplano 900P von 2014 mit 3,65 Millimetern Gesamthöhe als die dünnste mechanische Handaufzugsuhr.

Diesen Rekord unterbot Piaget später selbst: Bei der Altiplano Ultimate Concept sind Werkplatte, Gehäuse und Lünette ein einziges Bauteil, die ganze Uhr ist nur 2 Millimeter hoch. 2018 als Konzept gezeigt, kam sie 2020 auf den Markt und gewann den «Aiguille d'Or», den Hauptpreis des Grand Prix d'Horlogerie de Genève.

Die goldene Polo

1979 stellte Piaget die Polo vor, eine Sportuhr ganz aus Gold; das Haus arbeitete damals ausschliesslich mit Edelmetallen. Gehäuse, Armband und Zifferblatt tragen dasselbe Muster aus polierten und gebürsteten Gliedern, das Armband sollte wie aus einem Stück Gold wirken. Piaget bewarb die Uhr als wasser- und stossfest. Frühe Modelle hatten das Quarzwerk 7P, das damals als dünnstes der Welt galt. Yves Piaget, der 1980 Präsident wurde, sah in der Polo die Antwort auf Kunden, die auch beim Sport elegant sein wollten. In den 1980er-Jahren machte sie rund ein Drittel des Jahresumsatzes aus.

Zum 150-Jahr-Jubiläum kehrte die Polo als Polo 79 zurück (angekündigt im Februar 2024): wieder ganz aus 18-karätigem Gold, mit 38 statt 34 Millimetern etwas grösser und mit dem hauseigenen Automatikwerk 1200P1 statt Quarz.

Zwei Standorte und ein Konzern

1988 kam Piaget in die Gruppe um Cartier, die in der Vendôme Luxury Group und später in Richemont aufging; dort ist Piaget bis heute eine Tochtermarke.

2001 eröffnete Piaget bei Genf in Plan-les-Ouates eine Manufaktur für Gehäuse, Armbänder und Goldteile; die Uhrwerke entstehen weiterhin in La Côte-aux-Fées. Laut Piaget bleiben Goldverarbeitung und ultraflache Werke im eigenen Haus, nicht bei Zulieferern. Beim Grand Prix d'Horlogerie de Genève zählt das Haus zu den am häufigsten ausgezeichneten Marken: In einer Rangliste von 2021 lag es hinter Audemars Piguet auf Platz zwei.

Grauer Betonbau mit auskragendem Dach und dem Schriftzug Piaget auf dem Dach sowie an den Wänden, davor eine Rampe
Die Piaget-Manufaktur in Plan-les-Ouates bei Genf (Aufnahme 2013) · Bild: Björn S., CC BY-SA 3.0

Meilensteine

  1. 1874 Georges-Édouard Piaget eröffnet seine Werkstatt in La Côte-aux-Fées.
  2. 1943 Die Enkel Gérald und Valentin Piaget lassen den Namen Piaget als Marke eintragen.
  3. 1957 Das Handaufzugswerk 9P erscheint: nur 2 Millimeter hoch.
  4. 1960 Das Automatikwerk 12P (2,3 Millimeter) wird in Basel vorgestellt.
  5. 1979 Die Polo erscheint, eine Sportuhr ganz aus Gold.
  6. 1988 Piaget geht an die Gruppe, die später in Richemont aufgeht.
  7. 2001 Die Manufaktur in Plan-les-Ouates bei Genf wird eröffnet.
  8. 2014 Die Altiplano 900P (3,65 Millimeter) erscheint zum 140-Jahr-Jubiläum.
  9. 2020 Die 2 Millimeter dicke Altiplano Ultimate Concept kommt auf den Markt und gewinnt den «Aiguille d'Or».
  10. 2024 Zum 150-Jahr-Jubiläum kehrt die Polo als Polo 79 zurück.

Bilder von Piaget

Nahaufnahme einer Piaget Polo 79 mit gestreiftem Zifferblatt und zweifarbigem Goldband
Piaget Polo 79 – Zifferblatt und Band · Bild: Alan Wang (Pexels), Pexels-Lizenz
Quadratische Piaget-Armbanduhr mit vollständig diamantbesetztem Zifferblatt, Lünette und Gliederarmband, auf einem dunkelblauen Samtkissen.
Piaget-Armbanduhr mit Diamantbesatz · Bild: christina rutz, CC BY 2.0

Wichtige Modelle von Piaget

  • Emperador

    1957 · Klassische Uhr mit eckiger Gehäuseform

    Eine Linie mit ungewöhnlich geformten, eckigen Gehäusen und üppigem Auftritt. Sie begann 1957 und wurde 1999 als markante Serie neu gedeutet.

  • Polo

    1979 · Sportuhr in Gold

    Piagets erste Sportuhr-Linie: Gehäuse, Armband und Zifferblatt tragen dasselbe Muster aus polierten und gebürsteten Gliedern, alles in Gold. Frühe Modelle hatten ein dünnes Quarzwerk; 2016 kam die Polo S in Stahl.

  • Altiplano

    Dresswatch (ultraflach)

    Schlichte, runde und sehr flache Handaufzugsuhren, mit denen Piaget seine ultraflache Tradition (seit dem Werk 9P von 1957) in die Gegenwart führt. Die Altiplano 900P von 2014 ist mit 3,65 Millimetern Höhe laut Piaget die dünnste mechanische Handaufzugsuhr.

  • Limelight

    Damenuhr, Schmuckuhr

    Eine Damenlinie aus den 1990er-Jahren; Limelight-Modelle wurden 2006 und 2007 am Grand Prix d'Horlogerie de Genève ausgezeichnet.

  • Altiplano Ultimate Concept

    2020 · Ultraflache Uhr

    Werkplatte, Gehäuse und Lünette sind ein einziges Bauteil, die ganze Uhr ist nur 2 Millimeter hoch. 2018 als Konzept gezeigt, kam sie 2020 auf den Markt und gewann den «Aiguille d'Or» des Grand Prix d'Horlogerie de Genève.

  • Polo 79

    2024 · Sportuhr in Gold

    Die Rückkehr der goldenen Polo zum 150-Jahr-Jubiläum: wieder ganz aus 18-karätigem Gold, mit 38 Millimetern etwas grösser und mit dem dünnen Hauswerk 1200P1 statt Quarz.

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