
Oris · 1938
Big Crown
Eine Krone, so gross, dass man sie mit Handschuhen bedient, und ein Zeiger, der das Datum zeigt: Die Big Crown ist seit 1938 das Markenzeichen von Oris.
Einstieg in den Luxus · seit 1904
Mitten im Baselbiet baut Oris seit 1904 Uhren. Die Marke ist unabhängig geblieben, setzt seit 1982 nur noch auf mechanische Werke und ist bekannt für Fliegeruhren mit grosser Krone und für Taucheruhren.

1904 kauften die beiden Uhrmacher Paul Cattin und Georges Christian aus Le Locle in Hölstein im Kanton Basel-Landschaft eine stillgelegte Uhrenfabrik und gründeten dort Oris. Den Namen übernahmen sie von einem nahen Bach. Hölstein ist bis heute der Hauptsitz der Marke.
Das Geschäft wuchs rasch: Schon 1911 war Oris mit über 300 Beschäftigten der grösste Arbeitgeber des Dorfs. Später kamen weitere Werke dazu, etwa in Holderbank, Courgenay und Ziefen. Anfangs baute die Firma vor allem Taschenuhren.
1938 brachte Oris eine Fliegeruhr heraus, die zum Markenzeichen wurde. Sie hatte eine übergrosse Krone, die sich auch mit Handschuhen bedienen liess, und statt eines Datumsfensters einen Zeiger, der das Datum auf einem Ring am Rand anzeigt. Aus ihr entstanden die Big Crown und die Pointer Date, die Oris bis heute weiterführt.
Die Schweizer Uhrenindustrie war damals staatlich geregelt. Das Uhrenstatut, das ab 1934 neue Techniken beschränkte, hinderte Oris daran, die Ankerhemmung einzuführen; die Firma baute weiter einfache Stiftankerwerke. Laut Oris kämpfte Rolf Portmann, der 1956 zur Firma kam, rund zehn Jahre lang gegen das Statut.
1970 schloss sich Oris der ASUAG an, einer Vorläuferin der heutigen Swatch Group. Als günstige Quarzuhren den Markt überrollten, schrumpfte die Belegschaft laut Oris von 900 auf wenige Dutzend Personen. 1981 stellte Oris die Herstellung eigener Rohwerke (der Grundlage jedes Uhrwerks) ein.
1982 kauften zwei Führungskräfte, Rolf Portmann und Ulrich W. Herzog, das Unternehmen in einem Management-Buyout (Kauf durch die eigene Führung) und machten es wieder unabhängig. Die neue Oris SA verzichtete auf Quarz und baute fortan nur noch mechanische Uhren. Anders als etwa Omega gehört Oris damit zu keinem Konzern. Heute arbeiten rund 200 Menschen in Hölstein. Ulrich W. Herzog ist Verwaltungsratspräsident, Claudine Gertiser-Herzog und Rolf Studer leiten das Unternehmen gemeinsam.
Seit 1981 fertigte Oris keine eigenen Rohwerke mehr; der Neustart kam erst Jahrzehnte später. 2014 zeigte die Marke zum 110. Geburtstag das Calibre 110, ein handaufgezogenes Werk mit zehn Tagen Gangreserve, also zehn Tagen Laufzeit ohne Aufziehen – laut Oris die Rückkehr zum eigenen Werkbau nach rund 35 Jahren. 2020 folgte das automatische Calibre 400 mit fünf Tagen Gangreserve, Schutz gegen Magnetfelder und zehn Jahren Garantie.
Der rote Rotor, das Aufzugsgewicht der Automatikuhren, ist seit 2002 als Marke eingetragen.

Neben den Fliegeruhren ist das Tauchen das zweite grosse Thema der Marke. 2011 erschien die Taucheruhr Aquis. 2013 folgte die Aquis Depth Gauge, die die Tauchtiefe über eine Skala im Zifferblatt anzeigt und laut Oris patentiert ist.
2022 veröffentlichte Oris erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht, in dem die Marke ihren Weg zur Klimaneutralität beschreibt. Laut Oris gehört sie zu den wenigen Schweizer Marken, die ausschliesslich mechanische Uhren bauen.



Oris · 1938
Eine Krone, so gross, dass man sie mit Handschuhen bedient, und ein Zeiger, der das Datum zeigt: Die Big Crown ist seit 1938 das Markenzeichen von Oris.
1938 · Fliegeruhr
Das Markenzeichen seit 1938: eine übergrosse Krone, die sich mit Handschuhen bedienen lässt, und ein Zeiger, der das Datum auf einer Skala am Zifferblattrand anzeigt. Heute gibt es sie in 36 und 40 Millimetern.
2011 · Taucheruhr
Taucheruhr mit 300 Metern Wasserdichtigkeit, einseitig drehbarer Lünette mit Tauchskala und verschraubter Krone; sie gibt es in mehreren Grössen von 39 bis 43,5 Millimetern.
2013 · Taucheruhr mit Tiefenmesser
Zeigt die Tauchtiefe ohne Elektronik: Wasser dringt bei 12 Uhr durch eine kleine Öffnung in einen Kanal und hinterlässt eine Marke auf einer Skala – laut Oris ein patentiertes Prinzip.
2014 · Fliegeruhr mit Höhenmesser
Eine Automatikuhr mit mechanischem Höhenmesser; Oris nennt sie die erste automatische mechanische Uhr mit einem solchen Höhenmesser.
2015 · Taucheruhr im Retro-Stil
Eine getreue Neuauflage von Oris' erster Taucheruhr von 1965: gewölbtes Glas, einseitig drehbare Lünette und 100 Meter Wasserdichtigkeit; es gibt sie in 36, 40 und 42 Millimetern.
2019 · Fliegeruhr mit Skelettwerk
Eine Fliegeruhr mit skelettiertem Werk, bei dem man ins Innere sieht: zehn Tage Gangreserve und die patentierte nichtlineare Gangreserve-Anzeige.
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