
Longines · 1931
Lindbergh
Nach seinem Atlantikflug von 1927 entwarf Charles Lindbergh mit Longines eine Uhr für die Navigation: Sie hilft Piloten, aus der Uhrzeit den Stundenwinkel der Sonne und damit ihre Position zu finden.
Einstieg in den Luxus · seit 1832
Seit 1832 baut Longines in Saint-Imier Uhren. Berühmt wurde das Haus mit der geflügelten Sanduhr, mit Fliegeruhren wie der Hour-Angle-Uhr für Charles Lindbergh und als Zeitnehmer bei Sportanlässen.

Die Marke datiert ihren Anfang auf 1832, als der Uhrmacher Auguste Agassiz nach Saint-Imier im Jura kam; 1833 gründete er mit zwei Partnern das Comptoir (Uhrenkontor) Raiguel Jeune & Cie. Sein Neffe Ernest Francillon trat in den 1850er-Jahren in die Firma ein und übernahm 1862 die Leitung.
1866 kaufte Francillon ein Grundstück namens «Les Longines» am Rand von Saint-Imier und baute dort eine Fabrik, die die ganze Belegschaft unter einem Dach vereinte; nach dem Flurnamen heisst die Marke. 1867 ging das erste eigene Kaliber, das 20A, in Produktion: ein Werk mit Kronenaufzug, das an der Pariser Weltausstellung eine Bronzemedaille gewann.
Ab 1867 trug die Produktion nach gängiger Darstellung eine eingravierte geflügelte Sanduhr. 1880 liess Francillon Namen und Zeichen beim Schweizer Bundesamt eintragen; das neue Logo folgte 1889 in der Schweiz und 1893 international.
Laut der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) ist die geflügelte Sanduhr die älteste noch gültige Marke in ihrem internationalen Register.
1919 wurde Longines offizieller Lieferant der Fédération Aéronautique Internationale, des internationalen Luftfahrtverbands, 1927 stoppte das Haus die Zeit für Charles Lindberghs Atlantikflug. Lindbergh skizzierte danach eine Armbanduhr für die astronomische Navigation (Ortsbestimmung nach den Gestirnen); mit dem Navigationspionier Philip Van Horn Weems entstand die Hour-Angle-Uhr mit 47,5 Millimetern Durchmesser, drehbarem Ring ums Zifferblatt (Lünette) mit Gradeinteilung und einer grossen Krone, die sich mit Handschuhen bedienen lässt. Longines liess sie 1931 international schützen; im Handel gab es sie nach gängiger Darstellung ab 1932.
Auch im Sport hat das Haus Tradition: 1878 stellte es mit dem Kaliber 20H einen Chronographen (Uhr mit Stoppfunktion) mit nur einem Drücker vor, der den Ruf im Reitsport begründete. 1952 war Longines offizieller Zeitnehmer der Olympischen Winterspiele in Oslo, und noch heute tritt die Marke als Zeitnehmer oder Partner etwa beim alpinen Ski-Weltcup der FIS, beim Springreit-Weltcup der FEI und bei den French Open auf.

Taucheruhren baut Longines seit 1958; 1959 erschien mit der Ref. 7042 die Super-Compressor-Bauweise mit zwei Kronen und innerer Drehlünette. 2007 legte das Haus die Legend Diver auf, eine Neuauflage nach dem Vorbild der Ref. 7494 von 1963, nun bis 300 Meter wasserdicht.
Die Quarzkrise der 1970er-Jahre, als preiswerte Quarzuhren die mechanischen Uhren bedrängten, traf Longines hart; die erste Quarzuhr stellte die Marke 1969 vor. Longines gehörte zur ASUAG, die 1931 mehrere Marken und Rohwerkfabriken (Hersteller unfertiger Uhrwerke) vereinte; 1983 ging das Haus in der Gruppe SMH auf, die seit 1998 Swatch Group heisst und zu der auch Omega gehört. Eigene Kaliber baute Longines bis in die 1980er-Jahre; Werke bezieht die Marke seither von der Schwestergesellschaft ETA.



Longines · 1931
Nach seinem Atlantikflug von 1927 entwarf Charles Lindbergh mit Longines eine Uhr für die Navigation: Sie hilft Piloten, aus der Uhrzeit den Stundenwinkel der Sonne und damit ihre Position zu finden.
1927 · Navigationsuhr
Eine Uhr, die Longines 1927 mit dem Navigationspionier Philip Van Horn Weems entwickelte; sie diente als Vorbild für die spätere Lindbergh-Uhr.
1931 · Fliegeruhr, Navigationsuhr
Entstanden nach Charles Lindberghs Atlantikflug: 47,5 Millimeter gross, mit drehbarer Lünette in Grad und einer grossen Krone, die sich mit Handschuhen bedienen lässt. Sie half Piloten, den Längengrad zu bestimmen; Longines liess sie 1931 international schützen.
1954 · Sportuhr
Laut Longines seit 1954 eine Ikone des Hauses. 2024 erschien zum 70-Jahr-Jubiläum eine neue Generation mit selbstaufziehendem Werk in 30, 34 und 38 Millimetern sowie als 42-Millimeter-Chronograph.
2005 · Klassische Uhr
Die klassische, automatische Linie von der einfachen Dreizeigeruhr über Mondphase und Gangreserveanzeige bis zum Chronographen und, seit 2018, zum Jahreskalender; als Antwort auf die neue Lust an mechanischen Uhren.
2007 · Taucheruhr
Eine Neuauflage der Taucheruhr Ref. 7494 von 1963 mit der Super-Compressor-Bauweise (zwei Kronen, innere Drehlünette); heute mit Saphirglas, verschraubtem Boden und 300 Metern Wasserdichtigkeit.
2007 · Taucheruhr
Eine moderne Sport- und Taucheruhr, die 2007 in Basel vorgestellt wurde; jede Version ist bis 300 Meter wasserdicht und hat eine einseitig drehbare Lünette.
2020 · Fliegeruhr
Eine ganz neue Linie, die an die Pilotenuhren der Marke erinnert: 40 und 42 Millimeter, Werk L888.4 mit Chronometerzertifikat, Silizium-Spirale und 72 Stunden Gangreserve; auch als Chronograph und in Titan.
Weiterlesen
Für Sammler
Pierre-André Schmitt · 2026 · Deutsch · 288 Seiten
Bei Amazon ansehen ↗ Werbelink
als Geschenk
Charlotte & Peter Fiell · 2025 · Englisch · 960 Seiten
Bei Amazon ansehen ↗ Werbelink
Die Buch-Links führen zu Amazon und sind Werbelinks: Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen; für dich ändert sich der Preis nicht.
Offizielle Seite von Longines ↗
Stand: 25.10.2026