Grosse Luxusmarken · seit 1980
Hublot
Hublot verband 1980 Gold mit Kautschuk, machte sich mit der Big Bang von 2005 einen Namen für auffällige Uhren und gehört seit 2008 zum Konzern LVMH.

Gold und Kautschuk
1980 stellte der Italiener Carlo Crocco mit seiner Firma MDM Genève eine Uhr namens «Hublot» vor: ein Goldgehäuse mit sichtbaren Schrauben an einem schwarzen Kautschukband. «Hublot» ist französisch und heisst «Bullauge»; der Name spielt auf das runde, verschraubte Gehäuse an. Sie gilt als die erste Uhr, die Edelmetall mit Kautschuk verband.
Danach änderte sich lange wenig. Ende 2003 traf Crocco Jean-Claude Biver, der zuvor bei Blancpain und in der Swatch Group gearbeitet hatte. Im Mai 2004 übernahm Biver die Leitung von Hublot.
Big Bang und die «Art of Fusion»
Biver fasste die Idee der Marke in ein Schlagwort: «The Art of Fusion», das Verschmelzen unterschiedlicher Materialien und Stile. Ihr Gesicht wurde die Big Bang, ein Chronograph, der im April 2005 in Basel vorgestellt wurde. Er ist gross (44,5 Millimeter), aus Schichten von Stahl oder Gold, Keramik, Kautschuk und Glasfaser gebaut und übernimmt die Bullaugen-Lünette (den Ring um das Glas) des Urmodells von 1980. Innerhalb eines Jahres verdreifachten sich die Bestellungen, und die Big Bang gewann einen Designpreis am Grand Prix d'Horlogerie de Genève.
Hublot trieb das Spiel mit Materialien weiter. Laut Hublot erschien 2006 die erste ganz schwarze Keramikuhr, 2011 folgte «Magic Gold», ein kratzfestes 18-karätiges Gold, für das die Marke eine eigene Giesserei eröffnete. Dazu kommen Sonderausgaben wie die Edition zum Film über den Rennfahrer Ayrton Senna von 2010.
Von der Marke zum Hersteller
2007 öffnete die erste Hublot-Boutique in Paris, im April 2008 verkaufte Crocco die Marke an LVMH; Biver blieb im Haus. 2009 weihte Hublot in Nyon eine eigene Manufaktur ein. Dort entstand das erste selbst entwickelte Chronographenwerk, das Unico: Es erschien um 2010, zeigt sein Schaltrad (Säulenrad) auf der Zifferblattseite, hat 72 Stunden Gangreserve und kam 2013 in die Big Bang.
2012 wurde Ricardo Guadalupe Chef der Firma, Biver Präsident. Mit den «Masterpiece»-Modellen (MP) zeigt Hublot auch technische Extreme: Die MP-05 LaFerrari von 2013 hat elf Federhäuser und 50 Tage Gangreserve.

Fussball, Formel 1 und Kunst
Hublot setzt stark auf Partnerschaften. Im Fussball tritt die Marke als Zeitnehmer und Partner grosser Wettbewerbe auf, darunter FIFA-Weltmeisterschaft, UEFA Champions League und Premier League («Hublot Loves Football»). Dazu kommt die Formel 1. Hinzu kommen Zusammenarbeiten mit Künstlern, etwa mit Takashi Murakami (MP-15, 2024) und Jeff Koons (2026).
Der schnelle Erfolg der Big Bang gilt neben dem Design vor allem als Verdienst von Bivers Marketing.
Meilensteine
- 1980 Carlo Crocco stellt die erste Hublot vor: Goldgehäuse an einem Kautschukband.
- 2004 Jean-Claude Biver übernimmt im Mai die Leitung.
- 2005 Die Big Bang wird in Basel vorgestellt.
- 2007 Die erste Hublot-Boutique öffnet in Paris.
- 2008 LVMH übernimmt Hublot von Carlo Crocco.
- 2009 Die eigene Manufaktur in Nyon wird eingeweiht.
- 2010 Das Unico, das erste hauseigene Chronographenwerk, erscheint.
- 2012 Ricardo Guadalupe wird Chef, Biver Präsident.
- 2013 Die Big Bang erhält das Unico-Werk; die MP-05 LaFerrari erscheint.
Bilder von Hublot






Wichtige Modelle von Hublot
Classic (Urmodell)
1980 · Sportuhr in Gold
Carlo Croccos erste Hublot: ein Goldgehäuse mit sichtbaren Schrauben an einem Kautschukband. Der Name «Bullauge» beschreibt das runde, verschraubte Gehäuse.
Big Bang
2005 · Chronograph
Im April 2005 in Basel vorgestellt: ein grosser Chronograph aus Schichten verschiedener Materialien («Art of Fusion») mit der Bullaugen-Lünette (Ring ums Glas) des Urmodells. Es gibt ihn in Stahl, Gold, Keramik und Saphir.
Classic Fusion
Klassische Linie
Die dezentere, schlichtere Linie der Marke, erhältlich unter anderem als Dreizeigeruhr, als Chronograph und als Mondphasenuhr.
Big Bang Unico
2013 · Chronograph mit Hauswerk
Die Big Bang mit dem eigenen Chronographenwerk Unico: Das Schaltrad (Säulenrad, das den Chronographen steuert) ist von der Zifferblattseite zu sehen, der Chronograph lässt sich jederzeit zurücksetzen (Flyback), die Gangreserve beträgt 72 Stunden.
Spirit of Big Bang
2014 · Sportuhr mit Tonneau-Gehäuse
Ein Zweig der Big-Bang-Familie mit tonneauförmigem (fassförmigem) statt rundem Gehäuse, oft mit skelettiertem Zifferblatt, durch das man ins Werk sieht.
MP-05 LaFerrari
2013 · Technikuhr (Masterpiece-Reihe)
Handaufzug mit elf Federhäusern (den Gehäusen der Antriebsfedern), 50 Tagen Gangreserve und einem vertikalen Tourbillon, gestaltet im Geist des Ferrari-Supersportwagens LaFerrari.
Square Bang
2022 · Sportuhr mit quadratischem Gehäuse
Die erste quadratische Hublot: ein 42-Millimeter-Gehäuse im modularen Aufbau mit dem Chronographenwerk Unico HUB1280, die zusammen mit dem Spirit of Big Bang eine eigene Familie bildet.
Stand: 25.10.2026
Quellen
- Hublot – Wikipedia (englisch)
- Hublot – Wikipedia (deutsch)
- Grail Watch Wiki: Hublot
- Monochrome: Hublot (Markenporträt)
- Monochrome: Hublot Big Bang 20th Anniversary Editions
- WorldTempus: Hublot Big Bang Unico
- SwissWatches Magazine: Hublot (Marken- und Kaliberübersicht)
- ROX Magazine: Hublot – Through the Porthole
- WatchSwiss: Hublot Square Bang Unico (2022)
- WristReview: Hublot Classic Fusion, Big Bang und Spirit of Big Bang in Gelbgold