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Uhrenatlas

Panerai · seit 1993

Luminor

Gross, kissenförmig und mit einer Brücke über der Krone: Die Luminor geht auf Werkzeuguhren für Kampfschwimmer der italienischen Marine zurück und wurde in den 1990er-Jahren zur Luxusuhr.

Marke
Panerai
Erschienen
1993 im freien Verkauf (Vorläufer für die Marine seit den 1950er-Jahren)
Art
Taucheruhr im Kissengehäuse
Erkennungszeichen
halbmondförmige Brücke mit Hebel über der Aufzugskrone
Durchmesser
heute meist 42 oder 44 mm (historische Vorbilder: 47 mm)
Wasserdicht
je nach Modell 100 bis 300 m
Panerai Luminor Marina in Stahl auf braunem Lederband: schwarzes Zifferblatt mit türkis leuchtenden Ziffern und Indexen, Kissengehäuse und Kronenbrücke
Panerai Luminor Marina (Ref. PAM 111) mit leuchtenden Zeigern und Indexen · Bild: Daniel Zimmermann from Bayern, Deutschland (Germany), CC BY 2.0

Gebaut für Kampfschwimmer

Panerai begann 1860 als Uhrmacherladen in Florenz und belieferte später die italienische Marine mit Instrumenten. Für deren Kampfschwimmer entstanden ab 1936 Prototypen der Radiomir-Uhr, 1938 wurden die ersten Uhren geliefert; die Werke kamen nach gängiger Darstellung von Rolex. Es waren Werkzeuguhren für den Einsatz unter Wasser, mit einer radiumhaltigen Leuchtmasse, die dem Modell den Namen gab. Radium wurde später wegen der Gesundheitsrisiken aufgegeben.

Der Name Luminor stammt von einer neuen, tritiumhaltigen Leuchtmasse. Nach einer Darstellung meldete Panerai dafür schon 1949 ein Patent an; nach einer anderen kam die Masse erst Mitte der 1960er-Jahre auf Marine-Uhren zum Einsatz. Dieser Teil der Firmengeschichte gilt als umstritten.

Die Brücke über der Krone

Das auffälligste Merkmal der Luminor ist eine halbmondförmige Brücke mit Hebel, die die Aufzugskrone schützt. Man kann die Krone auch bei eingerasteter Sperre aufziehen; zum Einstellen der Zeit löst man die Sperre und zieht die Krone heraus.

Wann die Brücke entstand, wird unterschiedlich angegeben. Nach einer verbreiteten Darstellung erhielt die Luminor sie um 1950; nach einer anderen wurde sie 1956 patentiert und erschien zuerst an der Egiziano, einer Taucheruhr mit 60 mm Gehäuse für die Ägyptische Marine. Auf Marine-Uhren aus den 1950er-Jahren ist sie etwa mit «Brev. Ital.» graviert, dem Hinweis auf das italienische Patent.

Schwarz-weisse Nahaufnahme der Seite einer Panerai Luminor: die halbmondförmige Kronenbrücke mit Hebel über der Aufzugskrone, rechts ein Bandanstoss mit Schraube
Die Kronenbrücke einer Panerai Luminor Marina (Ref. PAM 111) in der Seitenansicht · Bild: Daniel Zimmermann from Bayern, Deutschland (Germany), CC BY 2.0

Vom Marineausrüster zur Luxusmarke

Die Belieferung der Marina Militare endete 1970, 1972 ging das Haus an den Ingenieur Dino Zei. 1993 kamen mit Luminor, Luminor Marina und Mare Nostrum die ersten Modelle in den freien Verkauf.

1997 übernahm die Vendôme-Gruppe, aus der später Richemont hervorging, die Marke; 1998 debütierte sie an der Genfer Luxusuhrenmesse SIHH. Zur Bekanntheit trug bei, dass der Schauspieler Sylvester Stallone im Film «Daylight» eine Panerai trug. Heute entsteht die Luminor in Neuchâtel, wo Panerai seit 2002 eine eigene Werkstatt hat und seit 2014 ein eigenes Manufakturgebäude.

Die Luminor heute

Heute ist die Luminor eine grosse, kissenförmige Taucheruhr. Die historische Referenz 6152/1 hatte 47 mm Durchmesser; heutige Modelle messen meist 42 oder 44 mm und sind je nach Modell bis 100 oder 300 Meter wasserdicht. Das Zifferblatt ist als «Sandwich» gebaut: zwei Schichten, dazwischen die Leuchtmasse, die durch Ausschnitte an Ziffern und Strichen scheint. So lassen sich die Uhren auch im Dunkeln gut ablesen.

Im Inneren arbeiten hauseigene Werke, etwa das automatische Kaliber P.9010 mit drei Tagen Gangreserve oder das handaufgezogene P.6000, das ebenfalls drei Tage läuft. Eine Spezialität ist die Luminor Destro, bei der Krone und Brücke links sitzen. Der Gedanke dahinter: Taucher tragen die Uhr am rechten Handgelenk, damit die linke Hand für Instrumente wie einen Kompass frei bleibt.

Panerai Luminor mit matt gebürstetem Gehäuse, braunem Zifferblatt und Kronenbrücke auf braunem Lederband, schräg von der Seite auf einem Uhrenkissen
Panerai Luminor mit Titangehäuse und braunem «Tobacco»-Zifferblatt · Bild: Russ, CC BY 2.0

Gut zu wissen

  • Radiomir und Luminor sind ursprünglich Namen von Leuchtmassen: Die eine enthielt Radium, die andere Tritium.
  • Ein Kissengehäuse liegt in der Form zwischen Quadrat und Kreis und erinnert an ein Kissen.
  • Panerai ist eine Florentiner Gründung mit Schweizer Uhrmacherei – mehr dazu auf der Seite zur Marke Panerai.

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Mehr Fragen gibt es im grossen Quiz.