
IWC Schaffhausen · 1939
Portugieser
Eine Sonderanfertigung für Portugal, die erst Jahrzehnte später zum Klassiker wurde: Die Portugieser verbindet ein grosses, schlichtes Zifferblatt mit Werken von der Taschenuhr bis zum ewigen Kalender.
Grosse Luxusmarken · seit 1868
Eine Uhrenfabrik, die ein Amerikaner 1868 am Rhein gründete: IWC Schaffhausen wurde mit Pilotenuhren, der Portugieser und der Ingenieur bekannt und gehört heute zur Richemont-Gruppe.

1868 gründete der amerikanische Uhrmacher Florentine Ariosto Jones in Schaffhausen die International Watch Company. Er war zuvor Direktor bei E. Howard & Co. in Boston gewesen. Sein Plan: die in den USA entwickelten industriellen Fertigungsmethoden mit dem Können Schweizer Uhrmacher verbinden und Taschenuhrwerke vor allem für den amerikanischen Markt bauen. Schaffhausen bot dafür unter anderem die Wasserkraft des Rheins.
Der erhoffte Erfolg blieb aus. Laut IWC kehrte Jones 1875 nach Amerika zurück; 1880 übernahm die Schaffhauser Familie Rauschenbach die Firma. Unter Johannes Rauschenbach-Schenk entstanden ab Mitte der 1880er-Jahre die Pallweber-Taschenuhren, die Stunden und Minuten als Ziffern statt mit Zeigern anzeigen. Bis Anfang der 1890er-Jahre baute IWC davon rund 20'000 Stück.

1905 übernahm Ernst Jakob Homberger die Leitung, 1929 wurde er Alleininhaber. Unter ihm begann 1936 die Pilotenuhr-Tradition: Seine beiden Söhne, selbst Piloten, entwickelten die «Special Pilot's Watch». Laut IWC hatte sie ein antimagnetisches Werk, bruchsicheres Glas und war für den Einsatz von minus 40 bis plus 40 Grad ausgelegt. Um 1940 folgte die Big Pilot's Watch mit dem Kaliber 52 T.S.C. und 55 Millimetern Durchmesser; sie gilt als die grösste Armbanduhr, die IWC je gebaut hat.
1948 entstand auf Einladung der britischen Royal Air Force die Navigator's Wristwatch Mark 11 mit dem Kaliber 89. Ein Innengehäuse aus Weicheisen schützte das Werk laut IWC wie ein faradayscher Käfig vor Magnetfeldern. 2002 erschien die Big Pilot's Watch in ihrer modernen Form mit 46,2 Millimetern. 2007 kam mit der «Top Gun» eine Variante mit schwarzem Keramikgehäuse hinzu, benannt nach der Kampfpilotenschule der US Navy.

1939 baten zwei portugiesische Importeure, Rodrigues und Teixeira, IWC um eine sehr grosse Armbanduhr mit besonders genauem Werk. IWC setzte dafür das Taschenuhrwerk Kaliber 74 ein, ein handaufgezogenes Werk mit kleiner Sekunde. Die ersten Uhren der Referenz 325 gingen erst 1942 nach Lissabon. Laut IWC entstanden zwischen 1939 und 1981 insgesamt 690 Stück.
Aus der Sonderanfertigung wurde eine eigene Uhrenfamilie. 2003 erschien eine Portugieser mit ewigem Kalender (kennt Monatslängen und Schaltjahre) und Doppel-Mondphase für beide Hemisphären. 2024 gewann die Portugieser Eternal Calendar den Preis «Aiguille d'Or».
1955 stellte IWC die erste Ingenieur vor, eine zivile, antimagnetische Armbanduhr. Ein Innengehäuse aus Weicheisen hielt Magnetfelder bis 1'000 Gauss vom Werk fern; im Inneren arbeitete laut IWC das Kaliber 85.
1976 gestaltete der Designer Gérald Genta die Ingenieur neu: die Ingenieur SL mit der Referenz 1832. Sie verkaufte sich zunächst schlecht und wurde nur in kleiner Stückzahl gebaut. Später entdeckten Sammler sie wieder; heute gilt sie als eines der gefragtesten Modelle der Marke.
1978 übernahm die VDO Adolf Schindling AG die Mehrheit an IWC. Mit Günter Blümlein kam ein Mann ins Haus, der die Entwicklung mechanischer Werke förderte. Laut IWC entstand 1980 die erste Titan-Armbanduhr der Marke. 1985 stellte IWC in Basel die Da Vinci mit ewigem Kalender vor, und 1986 folgte die erste Uhr mit schwarzem Keramikgehäuse aus Zirkoniumoxid. Der Name Da Vinci reicht bis 1969 zurück, damals noch mit dem Quarzwerk Beta 21.
Blümlein gründete 1991 die LMH-Gruppe, zu der auch IWC gehörte. 2000 übernahm Richemont diese Gruppe. 2018, zum 150-jährigen Bestehen, eröffnete IWC in Schaffhausen ein Manufakturzentrum.

IWC Schaffhausen · 1939
Eine Sonderanfertigung für Portugal, die erst Jahrzehnte später zum Klassiker wurde: Die Portugieser verbindet ein grosses, schlichtes Zifferblatt mit Werken von der Taschenuhr bis zum ewigen Kalender.
1939 · Grosse Eleganzuhr (Dresswatch)
Entstanden, weil zwei portugiesische Importeure 1939 eine sehr grosse Armbanduhr mit besonders genauem Werk bestellten. IWC baute dafür ein Taschenuhrwerk in ein 42-Millimeter-Gehäuse, die Referenz 325; die ersten Stücke gingen 1942 nach Lissabon. 2003 erschien eine Portugieser mit ewigem Kalender und Doppel-Mondphase für beide Erdhalbkugeln.
1936 · Fliegeruhr
Die Pilotenuhr-Tradition des Hauses begann 1936 mit der Special Pilot's Watch (Referenz IW436): ein antimagnetisches Werk, ein bruchsicheres Glas und ein Einsatzbereich von minus 40 bis plus 40 Grad.
1940 · Fliegeruhr
Die Ur-Version um 1940 mit dem Kaliber 52 T.S.C. hatte 55 Millimeter Durchmesser und wog 183 Gramm; laut IWC ist sie die grösste Armbanduhr, die das Haus je gebaut hat. 2002 kehrte die Big Pilot's Watch in einer modernen Form mit 46,2 Millimetern zurück.
1948 · Fliegeruhr
Für die britische Royal Air Force entwickelt und mit dem Kaliber 89 ausgestattet. Ein Innengehäuse aus Weicheisen schützt das Werk vor Magnetfeldern, und das Glas bleibt auch bei plötzlichem Druckabfall in der Kabine sitzen.
1955 · Antimagnetische Uhr
Die erste Ingenieur von 1955 hatte ein Innengehäuse aus Weicheisen, das das Werk bis 1'000 Gauss gegen Magnetfelder abschirmte. Berühmt wurde die Neufassung von Gérald Genta von 1976 (Referenz 1832) mit fliessend integriertem Armband: Sie verkaufte sich zunächst schlecht, wurde aber später zu einem der gefragtesten Modelle der Marke.
1969 · Elegante Uhrenlinie
Die erste Da Vinci von 1969 steckte in einem sechseckigen Goldgehäuse und lief mit dem Werk Beta 21. 1985 stellte IWC in Basel eine Da Vinci mit mechanischem ewigem Kalender vor, entwickelt vom Chefuhrmacher Kurt Klaus.
1967 · Taucheruhr
1967 vorgestellt, wasserdicht bis 200 Meter und mit einer drehbaren Innenlünette, auf der sich die Tauchzeit einstellen lässt.
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Für Sammler
Manfred Fritz, Paulo Coelho, Enki Bilal (Illustrationen) · 2010 · Deutsch · 536 Seiten
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Stand: 25.10.2026