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Uhrenatlas

Grosse Luxusmarken · seit 1860

Chopard

Chopard begann 1860 als Taschenuhrwerkstatt im Jura und ist heute ein Familienunternehmen, das Uhren und Schmuck verbindet: mit Diamanten in Bewegung, eigenen Werken aus Fleurier und der Palme d'Or von Cannes.

Gegründet
1860 in Sonvilier (Berner Jura)
Gründer
Louis-Ulysse Chopard
Sitz
Genf (Meyrin); Werke-Manufaktur in Fleurier
Gehört zu
Familie Scheufele (seit 1963), unabhängig
Bekannt für
Happy Diamonds, L.U.C, Alpine Eagle, Mille Miglia, Palme d'Or von Cannes
Chopard-Chronograph der Mille-Miglia-Linie mit grauem Zifferblatt, drei hellen Hilfszifferblättern und schwarzem Lochlederband mit roten Nähten
Chopard Mille Miglia, Ausgabe 2018, am Genfer Auto-Salon · Bild: Alexander Migl, CC BY-SA 4.0

Vom Jura nach Genf

1860 gründete der 24-jährige Louis-Ulysse Chopard in Sonvilier im Berner Jura eine Werkstatt für Taschenuhren und Chronometer (besonders genau gehende Uhren). Laut Chopard belieferte er ab 1885 unter anderem eine Schweizer Eisenbahngesellschaft, das Eidgenössische Schützenfest und Zar Nikolaus II. Sein Sohn Paul-Louis übernahm den Betrieb zwischen 1914 und 1917; 1937 zog die Firma nach Genf, wo Paul-André Chopard sie weiterführte.

Die Familie Scheufele

1963 verkaufte Paul-André Chopard die Firma an Karl Scheufele III, einen Juwelier und Uhrenhersteller aus Pforzheim, dessen Familie dort seit 1904 Schmuckuhren herstellt. Seither gehört Chopard der Familie Scheufele. 1974 entstand ein neuer Produktionsstandort in Meyrin bei Genf, 1978 eine eigene Giesserei für die Goldlegierungen des Hauses. Heute führen Karl-Friedrich und Caroline Scheufele das Unternehmen als Co-Präsidenten.

Diamanten in Bewegung

1976 lancierte Chopard die Happy Diamonds: Diamanten, die sich frei zwischen zwei Saphirgläsern bewegen. 1980 entwarf Karl-Friedrich Scheufele mit der «St. Moritz» eine Sportuhr aus Stahl. 1985 kamen das Maskottchen Happy Clown und das erste Schmuckprogramm dazu, 1993 die Happy Sport, entworfen von Caroline Scheufele, die Stahl mit Diamanten verband.

Eigene Werke aus Fleurier

1996 gründete Karl-Friedrich Scheufele in Fleurier im Val-de-Travers die Chopard Manufacture, um eigene Uhrwerke zu bauen. Die Werke heissen L.U.C, nach dem Firmengründer Louis-Ulysse Chopard. Die erste Uhr mit einem Werk der neuen Manufaktur, die L.U.C 1860, erschien 1997; im Jahr 2000 folgte die L.U.C Quattro mit vier Federhäusern und rund neun Tagen Gangreserve.

2010 feierte Chopard das 150-jährige Bestehen und stellte dazu vier neue Kaliber vor.

Gebäude der Chopard Manufacture in Fleurier mit gläserner Fassade und dem Schriftzug Chopard Manufacture
Die Chopard-Manufaktur in Fleurier (Aufnahme 2025) · Bild: MHM55, CC BY-SA 4.0

Rennen, Kino und Gold mit Herkunft

1988 wurde Chopard Partner der italienischen Rallye Mille Miglia und lancierte dazu die gleichnamige Uhrenlinie. Seit 1998 ist das Haus Partner des Filmfestivals von Cannes und fertigt die Palme d'Or.

Beim Material setzt Chopard auf Nachhaltigkeit. 2013 startete das Haus seine «Journey to Sustainable Luxury». Die L.U.C Tourbillon von 2014 gilt als erste Uhr aus Fairmined-Gold (Gold aus zertifiziertem Kleinbergbau), und seit Juli 2018 verwendet Chopard nach eigenen Angaben für alle Uhren und Schmuckstücke nur noch ethisch gewonnenes Gold. 2019 kehrte die «St. Moritz» als Alpine Eagle zurück, eine Sportuhr aus Stahl, die Karl-Friedrich Scheufele neu interpretierte.

Meilensteine

  1. 1860 Louis-Ulysse Chopard gründet in Sonvilier eine Werkstatt für Taschenuhren und Chronometer.
  2. 1937 Die Firma zieht nach Genf.
  3. 1963 Karl Scheufele III übernimmt Chopard; seither gehört es der Familie Scheufele.
  4. 1976 Die Happy Diamonds erscheinen: Diamanten zwischen zwei Saphirgläsern.
  5. 1980 Karl-Friedrich Scheufele entwirft die Stahl-Sportuhr «St. Moritz».
  6. 1988 Partnerschaft mit der Mille Miglia und Start der gleichnamigen Uhrenlinie.
  7. 1996 Chopard gründet in Fleurier seine Manufaktur für eigene Werke (L.U.C).
  8. 1998 Chopard wird Partner des Filmfestivals von Cannes und fertigt die Palme d'Or.
  9. 2018 Chopard verpflichtet sich, nur noch ethisch gewonnenes Gold zu verwenden.
  10. 2019 Die Alpine Eagle erscheint als Neuinterpretation der «St. Moritz».

Wichtige Modelle von Chopard

  • Happy Diamonds

    1976 · Schmuckuhr

    Diamanten, die sich frei zwischen zwei Saphirgläsern bewegen und beim Drehen des Handgelenks über das Zifferblatt tanzen. Chopard zählt die Linie zu seinen erfolgreichsten Neuerungen.

  • St. Moritz

    1980 · Sportuhr aus Stahl

    Eine Stahl-Sportuhr, die Karl-Friedrich Scheufele mit 22 Jahren entwarf. Sie gilt als sein erster Erfolg im Uhrenbau und lebt in der Alpine Eagle weiter.

  • Mille Miglia

    1988 · Sportuhr

    Eine Sportuhr-Linie, die Chopard zusammen mit der gleichnamigen italienischen Rallye auflegte; seit 1988 ist das Haus Partner des Rennens.

  • Happy Sport

    1993 · Sportuhr mit Diamanten

    Von Caroline Scheufele entworfen: eine Stahluhr mit Diamanten, die zwischen Saphirgläsern über das Zifferblatt wirbeln – das Sinnbild des «sportlich-eleganten» Stils der Marke.

  • L.U.C 1860

    1997 · Klassische Uhr mit Hauswerk

    Die erste Uhr mit einem Werk der neuen Manufaktur in Fleurier, die Chopard 1996 gründete. L.U.C steht für Louis-Ulysse Chopard, den Firmengründer.

  • L.U.C Quattro

    2000 · Uhr mit langer Gangreserve

    Vier Federhäuser (die Gehäuse der Antriebsfedern) geben dem Werk L.U.C 1.98 rund neun Tage Gangreserve – so lange läuft die Uhr ohne Aufziehen.

  • Alpine Eagle

    2019 · Sportuhr aus Stahl

    Karl-Friedrich Scheufele deutete die St. Moritz neu: eine Stahl-Sportuhr, deren Gestaltung laut Chopard von der Natur inspiriert ist.

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